DAX-Rallye auf der Kippe: Internationale Märkte geben wenig Rückenwind

Der DAX tut sich am Dienstag schwer, die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke zu halten. Nachdem der deutsche Leitindex diese am Montag kurzzeitig überschritten hatte, notierte er im frühen Handel um 0,2 Prozent niedriger bei 24.974 Punkten. Der fehlende internationale Auftrieb bereitet Herausforderungen auf dem Weg zum Rekordhoch von 25.507 Punkten, das im Januar erreicht wurde.
Anleger warten gespannt auf den bevorstehenden US-Arbeitsmarktbericht und verharren vorerst in einer abwartenden Haltung. Dies spiegelte sich auch im MDax wider, der einen leichten Rückgang von 0,2 Prozent auf 31.893 Punkte verzeichnete. Der EuroStoxx, Leitindex der Eurozone, trat ebenfalls auf der Stelle.
Die asiatischen Märkte konnten dem DAX diesmal keine Hilfe bieten. Besonders Tokio glänzte aufgrund des Wahlsieges der Liberaldemokraten, jedoch ohne positive Auswirkungen auf den deutschen Index. Am späten Montagabend verlor die US-Börse an Schwung, der den DAX zuvor gestützt hatte.
Neue Impulse könnten von den US-Einzelhandelsumsätzen ausgehen, während deutsche Unternehmen unterschiedliche Signale senden. Teamviewer fiel Richtung Rekordtief, belastet durch einen skeptischen Ausblick auf das kommende Jahr. Ihre Aktien gaben um 5,3 Prozent nach. Tui hingegen sah sich Gewinnmitnahmen ausgesetzt, trotz eines gestiegenen operativen Gewinns im ersten Quartal.
Analystenkommentare rückten in den Vordergrund: Die UBS strich Kaufempfehlungen für die United-Internet-Töchter 1&1 und Ionos, was deren Aktien signifikant unter Druck setzte. Bei Nordex führten kritische Stimmen der Citigroup zu Kursverlusten. Berenberg kommentierte ähnlich bei Eon, was zu einem leichten Minus führte.
Positiver sah die Situation für einige zyklisch aufgestellte Chemieunternehmen aus: Goldman Sachs hob Evonik und Symrise mit neuen Kaufempfehlungen an. Lanxess profitierte ebenfalls von einer geänderten Haltung. Auch Aixtron gewann durch ein frisches "Buy" von Jefferies an Boden, mit dem Verweis auf das zukünftige Potenzial im KI-Sektor.

