Dax im Spannungsfeld zwischen Inflationsdaten und KI-Sorgen

Der Dax schließt die Woche mit einem moderaten Aufschwung, bleibt jedoch unter der psychologisch bedeutenden Marke von 25.000 Punkten. Dank positiver Inflationsdaten aus den USA konnte der deutsche Leitindex am Freitagnachmittag um 0,25 Prozent auf 24.914 Zähler steigen, was ein Wochenplus von 0,8 Prozent signalisiert. Der etwas kleinere MDax gewann 0,4 Prozent, während der EuroStoxx nach einer Rekordrallye um 0,4 Prozent nachgab.
Die zuletzt veröffentlichten US-Inflationsdaten, die weniger dramatisch ausfielen als erwartet, führten zu einer Entspannung auf den Märkten. Ralf Umlauf von der Helaba verwies auf die fehlende Dringlichkeit für sofortige Zinserhöhungen durch die Fed, auch wenn die Erwartungen für zukünftige Zinssenkungen bestehen bleiben. Für den Dax bleibt der Weg zur Bestmarke von knapp 25.508 Punkten erst dann offen, wenn die 25.000er Schwelle nachhaltig überwunden wird.
Parallel dazu bereitet die Angst vor der Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz in verschiedenen Branchen den Anlegern Kopfzerbrechen. Christian Henke von IG sieht die steigende Volatilität als Warnsignal. Siemens musste sich am Freitag die Krone als wertvollstes Dax-Unternehmen wieder von SAP abtreten lassen, nachdem der Kurs um die Dividendenauszahlung korrigiert wurde.
Zu den Gewinnern des Tages gehörten Deutsche Börse mit einem beeindruckenden Plus von fünf Prozent. MTU und Airbus profitierten von starken Unternehmenszahlen und optimistischen Aussichten aus der Triebwerksbranche durch den Konkurrenten Safran. Auch Rheinmetall konnte im Zuge der Münchner Sicherheitskonferenz punkten.
Auf der Verliererseite setzte Delivery Hero seinen Abstieg fort, ausgelöst durch enttäuschende Prognosen der Tochtergesellschaft Talabat. Die Deutsche Pfandbriefbank stürzte aufgrund unzureichender Geschäftsaussichten auf ein Rekordtief ab, während RWE nach einer Abstufung durch Bernstein Research vier Prozent einbüßte. Im Halbleitersektor hingegen herrschte Aufbruchstimmung.
PVA Tepla erfuhr einen Kursanstieg von zehn Prozent dank eines Korrekturschwenks der französischen Investmentbank Exane BNP. Auch Aixtron war gefragt, unterstützt durch positive Signale von Applied Materials aus den USA.

