DAX im Sinkflug: Herausforderungen für deutsche Unternehmen zu Beginn des Augusts
Die deutschen Börsen sehen sich zu Beginn des neuen Monats mit einer eher verhaltenen Stimmung konfrontiert. Rund eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax für den deutschen Leitindex einen Rückgang um 0,7 Prozent auf 23.901 Punkte. Auch der EuroStoxx 50 der Eurozone stand unter Druck und deutete auf Verluste in ähnlichem Umfang hin.
Die jüngsten Geschäftszahlen deutscher Unternehmen und die verhaltenen Signale vonseiten der US-Geldpolitik haben das Vertrauen der Anleger bereits beeinträchtigt. JPMorgan-Stratege Mislav Matejka sieht europäische Unternehmen aktuell hinter ihren US-amerikanischen Konkurrenten zurückbleiben, was das Gewinnwachstum je Aktie betrifft. Diese Entwicklung stützt seine Einschätzung, dass die derzeitige Aktienrally in der Eurozone ins Stocken geraten könnte.
Im Gegensatz dazu konnten beruhigende Quartalszahlen der US-Tech-Major Player wie Microsoft und Meta die Wall Street nicht in positive Gefilde führen. Nachbörslich präsentierten Apple und Amazon gemischte Ergebnisse: Während Apple mit seinen Zahlen überzeugte, enttäuschte Amazon mit einem verhaltenen Ausblick auf die Gewinnentwicklung.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der US-Arbeitsmarktbericht, der möglicherweise einen weiteren Rückschlag für die Zinssenkungserwartungen der Fed bedeuten könnte. Ein starker Anstieg bei den Löhnen könnte die Sorge vor einer wiederaufflammenden Inflation erhöhen. Laut Thomas Altmann von QC Partners könnte nur ein schwacher Arbeitsmarktbericht die Tür für eine frühere Zinssenkung im September öffnen.
In Deutschland hinterlassen schwache Unternehmenszahlen ebenfalls Spuren. Die unsichere wirtschaftliche Lage aufgrund der US-Zölle trifft den Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck, der erneut seine Jahresprognose senkte, hart. Die Aktien fielen auf Tradegate um mehr als sieben Prozent. Auch der IT-Dienstleister Cancom zeigt sich nach einem durchwachsenen Halbjahr zurückhaltender im Hinblick auf 2025, was zu einem Kursrutsch von fast neun Prozent führte. Der Brennstoffzellen-Spezialist SFC Energy senkte angesichts des schwierigen Marktumfelds seine Jahreserwartungen deutlich, worauf die Aktien um fast 20 Prozent einbrachen.
Gleichzeitig gibt es jedoch auch positive Nachrichten: Die Pharmasparte von Bayer entwickelt sich operativ weiter gut, was Zuversicht für 2025 weckt. Die Aktien von Bayer stiegen auf der Handelsplattform Tradegate um gut zwei Prozent.

