Dax erholt sich nach turbulenter Phase – Schnäppchenjäger schielen auf Marktchancen
Der deutsche Aktienindex Dax zeigt sich nach mehreren Tagen starken Rückgangs wieder von seiner freundlicheren Seite. Am Dienstag startete er mit einem ermutigenden Plus in den Handelstag und setzte damit den bereits am Vortag beobachteten Erholungstrend fort. Nachdem der Index am Montagmorgen einen besonders dramatischen Einbruch erfuhr, schlagen nun die ersten Investoren zu, die auf günstige Einstiegsgelegenheiten hoffen. Trotz dieser Erholung bleibt die Stimmung durch die weiterhin ungewisse US-Zollpolitik von Präsident Donald Trump angespannt.
Die Eröffnung am Dienstag ließ den Dax um 1,8 Prozent auf 20.150 Punkte ansteigen. Diese Bewegung brachte ihn in die Nähe der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie, die aktuell knapp unter 19.970 Zählern liegt und als Indikator für den längerfristigen Trend dient. Parallel dazu verzeichnete der MDax ein Plus von 1,3 Prozent auf 24.967 Punkte, während der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, sich um 1,1 Prozent auf 4.709 Punkte erholte.
Der Beginn der Woche offenbarte hingegen ein dramatisches Bild: Ein scheinbar unaufhaltsamer Fall des Dax unterhalb von 18.500 Punkten verzeichnete ein Minus von mehr als 17 Prozent seit dem vergangenen Mittwoch. Erst erste mutige Anleger bremsten diesen Abwärtstrend. Trotz der schmerzhaften Korrektur hat sich der langfristige positive Trend seit 2022 noch nicht endgültig geglättet. Experten wie Charttechniker Martin Utschneider von Finanzethos sprechen von einer stark überverkauften Lage und einer sich nun abzeichnenden technischen Gegenbewegung. Doch er warnt: „Sowohl der Mittelfrist- als auch der Kurzfristtrend sind vorerst gebrochen.“
Seinen Ursprung hat das aktuelle Börsenbeben in der Zolloffensive, die Trump am 2. April entfachte und die einen Handelskrieg gegen zahlreiche Länder ankündigte. Die EU ist in mühsame Verhandlungen mit den USA verstrickt, während sich das Verhältnis zwischen den USA und China weiter verschlechtert, wie Investmentanalyst Martin Güth von der Landesbank Baden-Württemberg betont. China habe laut der Parteizeitung nun jede Hoffnung auf eine baldige Einigung mit den USA aufgegeben.

