Dax bleibt auf Achterbahnfahrt, während Tech-Giganten investieren: Eine Analyse

Der Dax kann sich am Freitag nicht zu weiteren Höhenflügen aufschwingen. Der X-Dax deutete eine knappe Stunde vor Handelsbeginn auf ein minimales Minus, was auf einen Stand von 24.479 Punkten schließen lässt. Der Leitindex hatte sich am Vortag von einem zwischenzeitlichen Rückgang auf fast 24.272 Punkte erholt, bleibt jedoch knapp über dem Jahrestief. Die Kursgewinne, die seit Jahresbeginn erzielt wurden, sind mittlerweile komplett verpufft.
Auch an den US-Börsen sorgen Schlagzeilen für Aufsehen. Amazon erlebte nachbörslich einen zweistelligen Kursrutsch, was die anhaltenden Bedenken der Anleger über das Investitionsverhalten des Konzerns im Bereich Künstliche Intelligenz widerspiegelt. Der Technologieriese plant, rund 200 Milliarden US-Dollar in neue Technologien, darunter KI, zu investieren. Diese Summe übertrifft selbst das Investitionsvolumen von Alphabet, der Google-Muttergesellschaft. Obwohl die Alphabet-Aktien zunächst um 8 Prozent nachgaben, erholten sie sich fast vollständig bis zum Handelsschluss. Analysten von Goldman Sachs prognostizieren Herausforderungen für Amazon, da Investoren beträchtliche Ausgaben ohne sofortige Umsatzerfolge kritisch hinterfragen.
Stephen Innes von SPI Asset Management beschreibt den momentanen Zustand als „KI-Investitions-Kater“, der Anleger zur Flucht bewegt. Brent Thill von Jefferies betont die ungeduldige Stimmung der Investoren, die schnellere Renditen sehen möchten. Die Debatte um die Rentabilität von KI-Investitionen und dem Wettbewerbsdruck bleibt präsent und sorgt für Verunsicherung auf den Märkten.
Auf dem deutschen Aktienmarkt zeigt sich hingegen eine freundlichere Vorbörse: Die Aktien von Bayer verzeichnen auf Tradegate fast vier Prozent Zugewinn gegenüber dem Xetra-Schluss. Hoffnungen auf zukünftige Profite mit dem Blutgerinnungshemmer Asundexian stützen die positive Marktentwicklung, gestützt durch vielversprechende Studienergebnisse. Ein Händler äußerte sich begeistert über die Prognosen für das Unternehmen.
Eine Aufwertung durch Exane BNP gibt den Aktien des Rüstungsunternehmens Renk Auftrieb, während die Lufthansa-Aktien von einer optimistischeren Bewertung des Analystenhauses Oddo BHF profitieren.

