Dax auf Rekordjagd: Experten beobachten optimistische Tendenzen
Der deutsche Leitindex Dax zeigt sich zum Wochenbeginn von seiner starken Seite und könnte neue Rekorde ansteuern. Thomas Altmann von QC Partners hebt die hervorragende Marktstimmung hervor und betont, dass kurzfristige Rücksetzer rasch von Kaufinteressierten genutzt würden. Trotz gelegentlicher Gewinnmitnahmen bleibt der Aufwärtstrend laut Kapitalmarktexperte Martin Utschneider von Robomarkets ungebrochen.
Geopolitische Risiken zeigten im neuen Jahr bisher kaum negative Auswirkungen auf den Dax. Jochen Stanzl von der Consorsbank analysiert, dass insbesondere internationale Investoren aufgrund der milliardenschweren staatlichen Investitionen in Rüstung und Infrastruktur eine optimistische Haltung gegenüber dem Dax eingenommen haben. Neben den großen Unternehmen profitieren auch kleinere Werte im MDax und SDax von attraktiven Bewertungen und Fantasien um mögliche Übernahmen.
Die Woche startet jedoch mit geringerer internationaler Beteiligung, da die US-Börsen am Martin Luther King Day geschlossen sind. Index Radar warnt vor der Möglichkeit marktrelevanter Ereignisse während des verlängerten Wochenendes, da Pausen von den Märkten zwar geschätzt, Überraschungen jedoch gemieden werden. Geopolitische Risiken, wie die Diskussion um Grönland oder Spannungen im Iran, bleiben vorerst im Hintergrund. Analyst Frank Sohlleder von ActivTrades stellt die Frage, ob politische Eskalationen bereits in den Marktpreisen berücksichtigt sind.
Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg sieht trotz hoher Bewertungen keinen Grund zur Rallye-Bremse, verweist jedoch auf risikobehaftete Themen wie Trumps internationale Politik, Herausforderungen in künstlicher Intelligenz und die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Die laufende Berichtssaison sorgt für Ablenkung: In den USA präsentieren Netflix, 3M und United Airlines ihre Quartalszahlen, während in Deutschland weniger Unternehmensnachrichten erwartet werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Einkaufsmanagerindizes, die am Freitag veröffentlicht werden. Robert Greil von Merck Finck kommentiert, dass sich die Wirtschaft dank niedriger Zinsen im Jahr 2026 etwas erholen könnte, aber von echter Euphorie sei man noch entfernt. Neue deutsche Erzeugerpreise und die bevorstehende ZEW-Konjunkturerwartung am Dienstag geben weitere Impulse. Simon Azarbayjani von der Helaba prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft aufgrund positiver Industriedaten aus dem vierten Quartal mit einem stärkeren Start ins neue Jahr rechnen könnte.

