Dax auf Höhenflug trotz europäischer Widrigkeiten
Der Dax trotzt belastenden Nachrichten aus der Automobilbranche sowie politischen Unsicherheiten in Frankreich und nähert sich zur Wochenmitte erneut der wichtigen Marke von 24.500 Punkten. Gegen Mittag verbuchte der deutsche Leitindex einen Anstieg von 0,37 Prozent und notierte bei 24.476 Zählern.
Seit einigen Tagen bewegt sich der Dax in einem engen Korridor zwischen rund 24.250 und 24.500 Punkten. Sollte der Ausbruch aus dieser Spanne gelingen, könnte das Rekordhoch von 24.639 Punkten aus dem Juli wieder in den Fokus rücken. Mit Spannung erwartet der Markt das am Abend anstehende Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank, das am deutschen Börsenparkett ab Donnerstag Wirkung entfalten könnte. Eine weitere Zinssenkung in den USA gegen Ende Oktober wird als festes Szenario gehandelt, so Analyst Frank Sohlleder von Activtrades, der betont, dass das Protokoll wichtige Hinweise für diesen Schritt liefern könnte.
Im Gegensatz dazu gab der MDax für mittelgroße Unternehmen um 0,17 Prozent auf 30.782 Punkte nach, während der EuroStoxx 50 der Eurozone um 0,3 Prozent zulegte. Finanzmarktexperte Andreas Lipkow kommentierte, dass Investoren in Europa negative Nachrichten und Markteinflüsse weiterhin weitgehend ignorieren. Sowohl die politischen Entwicklungen in Frankreich als auch die schwachen deutschen Konjunkturindikatoren bleiben im Hintergrund, ohne spürbaren Einfluss auf den Markt.
Die Herausforderungen der Automobilbranche spiegeln sich in den Kursverlusten der Hersteller wider. BMW musste mehr als 9 Prozent einbüßen, nachdem das Unternehmen die Prognose für das laufende Jahr senkte und enttäuschende Zahlen aus dem China-Geschäft vorlegte. Auch Mercedes-Benz und Volkswagen notierten im Minus. Anleger bei Aurubis nutzten den hohen Kursanstieg des Vortages, um nach einem nun präsentierten Ausblick des Kupferkonzerns Gewinne mitzunehmen, was zu einem Kursrückgang von 6,4 Prozent führte.
Stahlwerte wie Thyssenkrupp, Salzgitter und Klöckner & Co zeigten hingegen Stärke mit Zuwächsen von bis zu 3,4 Prozent, nachdem die EU-Kommission beschloss, Stahlzölle erheblich zu erhöhen. Demgegenüber verzeichnete Aixtron einen Rückgang von 5,7 Prozent, da die USA Exporte von Chipausrüstern nach China kritisch beobachten.
Besondere Beachtung fanden Umstufungen bei Sartorius und Puma. Der Pharmazulieferer verlor 3,5 Prozent nach einer Abstufung durch die Berenberg Bank, während eine Hochstufung durch die Bank of America Puma einen Kursanstieg von 4,8 Prozent bescherte.

