Dänische Patienten erhalten Entschädigung für Medikamenten-Nebenwirkungen
In einer bemerkenswerten Entscheidung wurden vier Patienten in Dänemark vom Staat entschädigt, nachdem sie durch die Anwendung der Medikamente Wegovy und Ozempic, die beide den Wirkstoff Semaglutid enthalten, schwere Sehschäden erlitten hatten. Diese Entschädigungszahlungen, die sich insgesamt auf etwa 107.000 Euro belaufen, wurden von der dänischen Behörde für Patientenschäden (Patienterstatningen) bestätigt. Die betroffenen Patienten sind an NAION erkrankt, einer Augenkrankheit, die zu erheblichen und oft dauerhaften Sehverschlechterungen führt.
Im Juni kam der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu dem Ergebnis, dass NAION eine extrem seltene Nebenwirkung von semaglutidhaltigen Medikamenten darstellt. Statistisch tritt diese Erkrankung bei bis zu einem von 10.000 Patienten auf. Die EMA betonte, dass Patienten bei plötzlich einsetzendem Sehverlust oder starker Sehverschlechterung sofort ihre Ärzte aufsuchen sollten. Bei Bestätigung der Erkrankung sei eine Beendigung der Behandlung mit Semaglutid angeraten.
Die dänische Patientenschadenbehörde bezeichnete die behandelten Fälle als "komplex". Vor allem die relative Neuheit der Medikamente und die bestehenden Vorerkrankungen der Patienten, wie Diabetes und Bluthochdruck, erhöhen das Risiko, an NAION zu erkranken. Die Arzneimittel Wegovy und Ozempic des dänischen Unternehmens Novo Nordisk haben auch in Deutschland an Popularität gewonnen. In der Bundesrepublik werden sie sowohl zur Behandlung von Typ-2-Diabetes als auch bei Übergewicht eingesetzt.

