Cyberangriff bei Jaguar Land Rover bringt West Midlands in Bedrängnis
Die Produktionsunterbrechung bei Jaguar Land Rover (JLR) infolge eines Cyberangriffs setzt zahlreiche Unternehmen in der britischen Region West Midlands unter Druck. Jüngste Umfragen zeigen, dass einige Firmen bereits Entlassungen vornehmen oder die Arbeitszeit der Mitarbeiter kürzen, um den wirtschaftlichen Auswirkungen entgegenzuwirken.
Die britische Regierung erwägt, finanzielle Unterstützung für den zum indischen Tata Motors gehörenden Luxusautobauer bereitzustellen, nachdem dessen Produktion zu Beginn des Monats vollständig zum Erliegen kam. Die Schließung der Werke wird bis Oktober andauern.
Insgesamt betreibt JLR drei Fabriken, die täglich etwa 1.000 Fahrzeuge produzieren und zahlreiche Arbeitsplätze in der Umgebung von Birmingham sichern. Kleine Zulieferer haben einem Parlamentsausschuss mitgeteilt, dass ihnen maximal noch eine Woche verbleibe, bevor sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Eine Umfrage, durchgeführt von den Handelskammern der Black Country, Greater Birmingham und Coventry sowie Warwickshire, hat ergeben, dass mehr als drei Viertel der befragten 84 Unternehmen, die nahe an 30.000 Mitarbeitern beschäftigen, negativ von dem Cyberangriff betroffen sind. Rund 45% der Unternehmen berichten von erheblichen finanziellen Verlusten oder gestiegenen Kosten.
Zudem haben 35% der befragten Firmen ihre Mitarbeiter gebeten, die Arbeitszeiten zu reduzieren, während 14% Entlassungen vornehmen. Insbesondere die Automobilzulieferer der Black Country, die rund 13.000 Menschen beschäftigen, spüren die Auswirkungen deutlich.
Aber auch andere Unternehmen fühlen die Nachbeben des Angriffs, obwohl sie nicht Teil von JLRs Lieferkette sind. Nach Angaben von Sarah Moorhouse, Geschäftsführerin der Black Country Handelskammer, benötigen über die Hälfte der Betriebe dringend finanzielle Unterstützung, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen.

