Coulson verliert Kontrolle über Ardagh – Bondholder übernehmen nach Schulden-Deal
Mit einer Vereinbarung zur Umschuldung von über 10 Mrd. US-Dollar Schulden zieht sich Paul Coulson aus dem von ihm aufgebauten Verpackungskonzern Ardagh zurück. Aktionäre erhalten 300 Mio. US-Dollar als Abfindung – Coulson selbst kassiert davon rund 100 Mio. US-Dollar. Die Kontrolle über das Unternehmen geht an eine Gläubigergruppe über.
Ardagh, mit Sitz in Luxemburg und Werken in Europa, den USA und Afrika, hatte sich über Jahrzehnte durch aggressive, fremdfinanzierte Expansionen zu einem der weltweit größten Produzenten von Glas- und Metalldosen entwickelt. Die jüngsten Zinssteigerungen und hohe Energiepreise setzten dem hochverschuldeten Konzern jedoch zu. Die restriktiven Finanzierungsbedingungen der letzten Jahre hatten die Kreditlast untragbar gemacht.
Im Rahmen des Deals kommt es nun zu einem Debt-for-Equity-Swap. Die riskantesten 1,7 Mrd. $ an sogenannten Payment-in-Kind-Bonds werden vollständig abgeschrieben. Im Gegenzug erhalten die entsprechenden Gläubiger eine Minderheitsbeteiligung. Gleichzeitig wird Ardagh durch 1,5 Mrd. $ an frischem Kapital gestützt. Der von Apollo Global Management gewährte Kredit aus dem Vorjahr wird vollständig getilgt.
Die von Coulson kontrollierte Beteiligung an Ardagh – formal über 50 % der Stimmrechte, ökonomisch jedoch nur 36 % – endet damit. Der ehemalige Buchhalter, in Irland als „The Cooler“ bekannt, hatte seine Karriere mit einem Sanierungsfall im Airline-Leasing begonnen und war über eine Kette von Buyouts zu einem der profiliertesten Akteure im europäischen Junk-Bond-Markt aufgestiegen.
Die börsennotierte Metalldivision Ardagh Metal Packaging bleibt von der Transaktion unberührt. Hier sind rund 24 % der Anteile im Streubesitz.
Ardagh-Chairman Herman Troskie sprach von einer „nachhaltigen Kapitalstruktur mit geringerer Verschuldung und verlängerter Laufzeitenstruktur“, die dem Unternehmen nun ermögliche, seinen Geschäftsplan in Partnerschaft mit den neuen Eigentümern umzusetzen.

