Corona-Lage: Keine Zeichen der Entspannung

03. März 2021, 18:56 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - Trotz anhaltendem Lockdown in Deutschland deuten wichtige Kennzahlen zum Infektionsgeschehen weiterhin nicht auf Entspannung hin.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9019 Corona-Neuinfektionen, gut 1000 mehr als vor genau einer Woche. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 418 weitere Todesfälle verzeichnet, das entspricht etwa dem Niveau der Zahlen vom Mittwoch der Vorwoche.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 64,0 (Vortag: 65,4). Vor genau einer Woche lag der Wert mit 59,3 sogar niedriger als aktuell. Der bisherige Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Nach einem Rückgang zu Jahresbeginn stiegen die Sieben-Tage-Inzidenz und die Fallzahlen im Bundesgebiet seit Mitte Februar tendenziell wieder an, schreibt das RKI in seinem Situationsbericht vom Dienstag. Sachsen-Anhalt und Thüringen lägen deutlich über dem Gesamtdurchschnitt. Auch je nach Alter zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen: Während bei den Senioren über 75 Jahre ein weiterhin sinkender Trend beobachtet werde, stagniere oder steige die Sieben-Tage-Inzidenz in den jüngeren Altersgruppen wieder leicht.

Durch das Auftreten verschiedener Virusvarianten bestehe «ein erhöhtes Risiko einer erneuten stärkeren Zunahme der Fallzahlen», betont das RKI. Insbesondere die Verbreitung der in Großbritannien entdeckten Mutante B.1.1.7 bereitet Fachleuten Sorge. Ihr Anteil an einer Stichprobe von knapp 25.000 positiven Fällen aus der vergangenen Woche betrage in Deutschland inzwischen rund 46 Prozent, heißt es in einem veröffentlichten RKI-Bericht. Zu Beginn der Erhebung, vor rund einem Monat, hatte das RKI den Anteil der Mutante noch auf sechs Prozent beziffert, zwei Wochen später waren es 22 Prozent. Der Anteil von 46 Prozent bezieht sich auf Nachtestungen mehrerer Laborverbünde auf Schlüsselmutationen der Variante. Das RKI schreibt, es sei mit einer weiteren Zunahme des Anteils von B.1.1.7 zu rechnen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,93 (Vortag 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Bei den pro Tag verzeichneten Impfungen bundesweit ist die Tendenz laut RKI-Statistik steigend. Für Dienstag wurde 199.354 Erst- und Zweitimpfungen (Stand Mittwoch: 10.00 Uhr) gemeldet, nach bisherigen RKI-Zahlen ein Tages-Höchstwert. Eine erste Dosis haben mittlerweile 5,3 Prozent der Bevölkerung erhalten, bereits zwei Dosen wurden 2,7 Prozent gespritzt.

Auf den Intensivstationen ist die Lage mit 2823 Covid-19-Patienten weniger angespannt als zu Jahresbeginn. Die Zahl der Fälle ist allerdings immer noch ungefähr so hoch wie zum Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr 2020. Die Höchststände von Anfang 2021 wertet die Intensivmediziner-Fachgesellschaft Divi als historisch: «Eine Intensivbettenbelastung einer einzelnen Krankheit mit 6000 zeitgleichen Patienten ist eine historische Höchstmarke, die die bisherige aus der Influenzasaison 2018 um das Doppelte u?berschreitet», heißt es.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.460.030 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 3. März, 5.35 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.274.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 70.881. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden.

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03.03.2021 · 18:56 Uhr
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