Continental auf der Überholspur: Transformation zum Reifenriesen
Die Continental AG aus Hannover strebt fortan eine neue Reise als spezialisierter Reifenhersteller an, während sie sich von ihrem traditionsreichen Kunststofftechniksparte Contitech trennen wird. Geplant ist, die Autosparte unter dem neuen Namen Aumovio bereits im September auszugliedern und an die Börse zu bringen.
Für Contitech ist der Verkauf im kommenden Jahr vorgesehen. Aktionäre dürfen sich auf eine mögliche Sonderdividende freuen, obwohl die neu festgelegten Jahresziele aufgrund der US-Zollpolitik zunächst für Unruhe an den Finanzmärkten sorgten. Der Aktienkurs des DAX-Giganten zeigte nach Bekanntwerden der Neuigkeiten eine Achterbahnfahrt, mit zwischenzeitlichen Rückgängen von über zwei Prozent, ehe er sich am Nachmittag um 0,9 Prozent unter dem Vortagseinstand einpendelte.
Betrachtet man das Gesamtjahr, hat die Aktie indes rund 13 Prozent zugelegt. Analyst Harry Martin von Bernstein bemerkte jedoch, dass die mittelfristigen Perspektiven für das verbliebene Geschäft wenig Anlass zur Euphorie geben. Nach dem Spin-off wird das Unternehmen in zwei Sparten tätig sein: Reifen und Industrieprodukte.
Trotz der Umstellungen bleibt die Umsatzprognose für beide Geschäftsbereiche mit einem Ziel von 19,5 bis 21 Milliarden Euro unverändert, während die Gewinnmarge auf 10 bis 11 Prozent leicht gesenkt wurde. Gründe hierfür sind Währungsschwankungen und Handelspolitik. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, plant Continental, seine Reifenproduktion in den bestehenden drei US-Werken zu steigern.
Die Perspektive für den verbleibenden Konzern wird vorsichtig optimistisch formuliert — die Umsatzprognose liegt bei 19,5 bis 22 Milliarden Euro in den kommenden Jahren. Hingegen setzt die abzuspaltene Aumovio auf steigende Umsätze von 20 bis 22 Milliarden Euro und langfristig über 24 Milliarden Euro.
Die Zuversicht in die Transformation bleibt hoch, insbesondere, weil der profitabel laufende Reifenbereich seine Stabilität unter Beweis gestellt hat und potentielle zukünftig gezielte Akquisitionen in Wachstumsmärkten wie Asien und Nordamerika plant. Nach der Veräußerung von Contitech plant der Vorstand, den Erlös zur Entschuldung zu verwenden und evaluiert gleichzeitig die Perspektiven für zusätzliche Aktienrückkäufe.
Unterm Strich sollen alle Geschäftsbereiche, unabhängig voneinander, als Marktführer auftreten können, so Vorstandschef Setzer. Die von ihm seit 2020 geleitete Umgestaltung des Konzerns zielt darauf ab, den neuen Focus als gönzlicher Reifenproduzent zu stärken.

