Cognac-Hersteller atmen auf – China verschiebt Antidumping-Ermittlungen
Aktien von Spirituosenherstellern konnten am Freitag entgegen des schwächeren Gesamtmarktes deutlich zulegen, ausgelöst durch ermutigende Nachrichten aus China. Die Volksrepublik hat beschlossen, ihre Antidumping-Untersuchung zu Cognac und Armagnac auszusetzen.
Diese Entscheidung verschafft europäischen Spirituosenproduzenten, die sich mit potenziellen Zolldrohungen vonseiten der USA konfrontiert sehen, vorerst Luft. Unter den Gewinnern an der Börse stand Pernod Ricard mit einem deutlichen Plus von 3,3 Prozent an der Spitze des EuroStoxx.
Auch LVMH konnte Verluste aus dem Tagesverlauf teilweise ausgleichen und schloss nur 0,6 Prozent im Minus. Remy Cointreau konnte den Börsentag mit einem ebenso erfreulichen Zuwachs von 3,3 Prozent beschließen.
Der chinesische Markt spielt eine zentrale Rolle für Cognac-Produzenten wie Pernod, Remy und LVMHs Hennessy, die aufgrund der Ermittlungen sogar ihre Duty-Free-Kanäle in China nicht mehr bedienen konnten. Zudem sahen sie sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, Zölle auf Brandy zu erheben, während das Untersuchungsergebnis der chinesischen Behörden ausstand.
So hatte der Branchenverband BNIC berichtet, dass die monatlichen Cognac-Lieferungen nach China um satte 50 Prozent zurückgegangen seien. Peking hatte insbesondere französischen Brandy unter die Lupe genommen, nachdem Dumpingvorwürfe laut wurden.
Von den Entwicklungen in China profitierte zudem der britische Branchenriese Diageo, dessen Aktie sich mit einem Anstieg um 1,2 Prozent ebenfalls positiv entwickelte.

