Chronologie: Das Zusammenrücken von Porsche und VW

23. Juli 2009, 07:51 Uhr · Quelle: dpa
Stuttgart/Hamburg (dpa) - Das Zusammenrücken der Automobilhersteller Porsche und Volkswagen - eine Chronologie:

25. September 2005: Porsche gibt Pläne für einen Einstieg bei Volkswagen mit rund 20 Prozent bekannt.

24. März 2007: Porsche stockt seinen Anteil an VW auf knapp 31 Prozent auf. Der Sportwagenbauer plane aber keine Komplettübernahme, heißt es.

26. Juni 2007: Der Sportwagenhersteller bündelt die Porsche AG und die knapp 31 Prozent schwere Beteiligung am VW-Konzern in der Europäischen Aktiengesellschaft Porsche Automobil Holding SE.

29. April 2008: Im Machtkampf mit dem VW-Betriebsrat erringt Porsche vor Gericht einen Sieg. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh scheitert vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht mit dem Antrag, die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding zu kippen. Im August reicht Osterloh Beschwerde gegen die Entscheidung ein, die Vereinbarung gehe zulasten der VW-Belegschaft.

22. Mai 2008: Die Bundesregierung einigt sich über eine Neufassung des VW-Gesetzes und will an der starken Stellung des Landes Niedersachsen bei Europas größtem Autobauer festhalten.

5. Juni 2008: Der Streit um das VW-Gesetz eskaliert: Die EU- Kommission leitet ein neues Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein.

9. September 2008: Die EU-Kommission kündigt an, die Bundesregierung erneut vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen der Sonderrechte bei VW verklagen zu wollen.

12. September 2008: Der Kampf um die Macht bei Volkswagen spitzt sich mit einem massiven Eklat im VW-Aufsichtsrat zu. Im Kontrollgremium der Wolfsburger kommt es zum großen Knall zwischen den Eigentümer- Familien: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der selbst Miteigentümer von Porsche ist, fällt dem Sportwagenbauer in den Rücken. Er lässt einen Antrag der Arbeitnehmerseite passieren, wonach Geschäfte zwischen Porsche und Audi nur mit Zustimmung des VW- Aufsichtsrates möglich sein sollen.

16. September 2008: Der Sportwagenbauer Porsche übernimmt die Kontrolle bei VW. Die Stuttgarter stocken ihren Anteil auf 35,14 Prozent auf.

24. Oktober 2008: Nach einem «Friedensgipfel» der Familien Porsche und Piëch in Salzburg tritt Porsche bei der VW-Mehrheitsübernahme aufs Gas. Beide Familien wollten nun an einem Strang ziehen.

26. Oktober 2008: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verkündet, den Anteil an VW nicht nur auf 50 Prozent, sondern sogar auf 75 Prozent ausbauen zu wollen. Gleichzeitig gibt er bekannt, dass Porsche seinen Anteil an VW auf 42,6 Prozent aufgestockt hat und zusätzlich 31,5 Prozent in Form von Optionen zur Kurssicherung hält. Die Nachricht löst einen Kursanstieg der VW-Aktie bis auf über 1000 Euro aus, weil sich sogenannte Leerverkäufer mit geliehenen Aktien verspekuliert haben.

13. November 2008: Der Bundestag verabschiedet die umstrittene Neufassung des VW-Gesetzes mit großer Mehrheit.

28. November 2008: Mit der Zustimmung des Bundesrats zum neuen VW- Gesetz geht Deutschland endgültig auf Konfrontationskurs zu Brüssel.

05. Januar 2009: Porsche hat sich die Mehrheit an Volkswagen gesichert. Die Beteiligung ist auf 50,76 Prozent der Stammaktien gestiegen.

25. März 2009: Porsche sichert sich nach zähem Ringen mit den Banken einen neuen Kredit in Höhe von zehn Milliarden Euro für die Übernahme weiterer VW-Anteile. Damit wurde ein Kredit in gleicher Höhe abgelöst. Die Bewilligung der neuen Kreditlinie hatte sich zuletzt wegen der Wirtschaftskrise verzögert.

23. April 2009: Inmitten neuer Spekulationen um die Zukunft der Allianz von Volkswagen und Porsche bekennt sich die VW-Spitze klar zu dem Bündnis und will die Partnerschaft vorantreiben. Zuvor hatte die Gerüchteküche um die Übernahme zu brodeln begonnen. Porsche habe Probleme, die VW-Übernahme zu stemmen, berichten Medien. Die Stuttgarter drückt ein Schuldenberg von neun Milliarden Euro.

6. Mai 2009: Porsche begräbt seine Pläne zur Übernahme von VW. Die beiden Autobauer sollen nun fusionieren. Diese Entscheidung treffen die Familien Porsche und Piëch als Porsche-Eigner in Salzburg. Innerhalb von vier Wochen soll die Struktur des Autoriesen ausgehandelt werden. Es bleibt zunächst unklar, wer in dem neuen Konzern das Sagen haben wird.

15. Mai: VW-Aufsichtsratschef Piëch zweifelt die Kreditwürdigkeit von Porsche an

18. Mai 2009: Piëch brüskiert Wiedeking erneut, in dem er einer Porsche-Aufsichtsratssitzung über die Zukunft des hoch verschuldeten Sportwagenbauers demonstrativ fernbleibt.

4. Juni: Porsche beantragt bei der staatlichen Förderbank KfW ein Darlehen von 2,5 Milliarden Euro

9. Juni: Porsche bestätigt konkrete Verhandlungen mit Katar über den Einstieg des Golfstaats bei dem Sportwagenbauer

29. Juni: Porsche lehnt den Teilverkauf seines Autogeschäftes an VW ab.

30. Juni: Porsche stellt nach der KfW-Absage keinen neuen Kreditantrag und will nun über Geschäftsbanken neue Geldquellen gewinnen.

11. Juli: Wiedeking soll sich mit Katar über einen Milliarden- Kreditantrag und will nun über Geschäftsbanken neue Geldquellen gewinnen.

15. Juli: VW beruft für 23. Juli eine Sondersitzung des Aufsichtsrates ein. Am selben Tag tagt auch das Kontrollgremium von Porsche. Gerüchte über das Aus von Wiedeking werden in Stuttgart hart dementiert.

17. Juli: Erneut wird das Ende von Wiedeking in Medien als Fakt berichtet und von Porsche dementiert. Angeblich soll Produktionsvorstand Michael Macht auf den Manager folgen.

23. Juli: Vorstandschef Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter verlassen mit sofortiger Wirkung den Sportwagenbauer. Der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht folgt Wiedeking als Chef der Porsche AG. Mit dem Personalwechsel wird der Weg freigemacht für die Porsche-Übernahme durch VW.

Auto / Porsche / VW
23.07.2009 · 07:51 Uhr
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