Christine Lagarde beeinflusst Euro-Kurs zugunsten der EZB
Jüngste geldpolitische Kommentare von Christine Lagarde, der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), haben dem Euro Auftrieb verliehen. Die Gemeinschaftswährung erreichte einen Wert von bis zu 1,1734 US-Dollar, nachdem sie noch am Mittag unter 1,17 Dollar gelegen hatte. Die EZB hatte kürzlich beschlossen, ihre Zinssätze auf dem aktuellen Niveau zu belassen. Diese Entscheidung, gepaart mit Lagardes Ausführungen, lässt auf eine stabilere Wirtschaftsentwicklung schließen, während eine zeitnahe Zinssenkung unwahrscheinlich erscheint.
Eckhard Schulte, CEO von MainSky Asset Management, betonte, dass Lagarde mit ihrer Einschätzung der ausgeglichenen Wachstumsrisiken und des abgeschlossenen Disinflationsprozesses in der Eurozone unmissverständlich klar machte, dass die EZB mit den jetzigen Zinssätzen zufrieden ist und keinen Handlungsbedarf sieht. Der Markt hat auf diese Botschaft reagiert und zukünftige Zinssenkungen weitgehend ausgeklammert.
In den USA hingegen ist der Dollar nach enttäuschenden Konjunkturdaten unter Druck geraten. Besonders die unerwartet hohen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeichneten ein düsteres Bild. Diese Entwicklungen nähren die Erwartung, dass die Federal Reserve (Fed) in der kommenden Woche die Zinsen senken könnte. Trotz eines jährlichen Anstiegs der Inflationsrate auf 2,9 Prozent, der das Ziel der Fed von zwei Prozent übertrifft, sieht Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner die Arbeitsmarktsituation als zentrales Thema für die Fed.
Der von der Europäischen Zentralbank festgelegte Referenzkurs liegt nun bei 1,1685 US-Dollar. Im Vergleich mit anderen bedeutenden Währungen wurde der Euro mit 0,8647 britischen Pfund, 172,88 japanischen Yen und 0,9346 Schweizer Franken bewertet. Der Goldpreis erreichte derweil einen Höchststand von 3.637 US-Dollar pro Feinunze, knapp unter dem vorherigen Tageshoch.

