Chinesische Autohersteller auf der Überholspur in Deutschland
Die chinesische Autoindustrie zeigt verstärktes Interesse an Deutschland und setzt Schritte, um auf dem hiesigen Markt an Boden zu gewinnen. Derzeit noch mit einem überschaubaren Marktanteil, erfährt sie jedoch ein rasantes Wachstum, das auf eine deutliche Erweiterung abzielt. Auf der diesjährigen Mobilitätsmesse IAA in München präsentieren sich zahlreiche chinesische Unternehmen mit ehrgeizigen Zielen. Mit 116 Ausstellern aus China verzeichnet die IAA laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) einen neuen Rekord. Aus keinem anderen Land reisen so viele Unternehmen zu dieser weltweit beachteten Messe an. Während in China die dortigen Hersteller bereits die Marktführer sind, verzeichnet der deutsche Markt über 35.000 Neuzulassungen chinesischer Autos von Januar bis August. Dies entspricht einem verdoppelten Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr. Zählt man zudem Geely's Marken Volvo und Polestar hinzu, sind es über 4 Prozent Marktanteil - mehr als die Kombination von Toyota und Tesla.
Besondere Aufmerksamkeit erhält derzeit BYD, ein Schwergewicht im Elektrosegment, das seinen Jahresabsatz 2024 in Deutschland auf 50.000 Fahrzeuge erhöhen möchte. Dazu plant BYD, sein Händlernetz umfangreich zu erweitern. Auch Elektroautohersteller Xpeng, Technologiepartner von VW in China, setzt auf eine europäische Expansion und nutzt die IAA als Plattform für den Europastart des neuen Modells P7. Ein herausragendes Hindernis bleiben die wenigen Händlerstandorte, was BYD, MG Roewe und Xpeng gleichermaßen betrifft. BYD plant bis 2026 ambitioniert, die Anzahl seiner Händler von aktuell 50 auf 300 zu steigern, was an die Dimensionen der etablierten deutschen Firmen heranreichen würde.
Auf europäischer Ebene hält der Anstieg der chinesischen Marken an: Im ersten Halbjahr erreichten sie bereits einen Anteil von über fünf Prozent. Deutsche Hersteller reagieren mit angepassten Angeboten – wie der neue BMW iX3 zeigt – und blicken selbstsicher auf den Wettbewerb. Konzernchefs betonen die Herausforderung und Chancen, die chinesische Konkurrenten bieten. Das Beispiel früherer japanischer und koreanischer Einflüsse zeigt, dass es möglich ist, gestärkt aus solchen Marktbewegungen hervorzugehen.

