Chinas Tech-Riesen setzen auf eigene Chip-Entwicklungen
Chinas führende Technologieunternehmen, Alibaba und Baidu, haben begonnen, ihre künstliche Intelligenz (KI) mit selbst entworfenen Chips zu trainieren und damit teilweise Produkte von Nvidia zu ersetzen. Diese strategische Neuausrichtung wurde bekannt, nachdem das Magazin The Information auf Aussagen von vier informierten Quellen verwies.
Bereits seit Anfang des Jahres nutzt Alibaba seine eigenen Chips für kleinere KI-Modelle. Baidu hingegen experimentiert mit der Schulung neuer Versionen seines Ernie-KI-Modells mithilfe des Kunlun P800 Chips. Beide Unternehmen äußerten sich jedoch nicht unmittelbar zu den Anfragen von Reuters.
Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Wandel in der chinesischen Technologie- und KI-Landschaft, die bislang stark auf die leistungsfähigen Prozessoren von Nvidia angewiesen war. Verstärkte US-Exportbeschränkungen für fortschrittliche KI-Chips nach China zwingen hiesige Unternehmen, die Entwicklung eigener Chips voranzutreiben, während der Druck aus Peking wächst, auf heimische Technologien zu setzen.
Trotz der Einführung eigener Chips verlassen sich Alibaba und Baidu weiterhin auf Nvidia-Chips für ihre fortschrittlichsten Modelle. Obwohl Nvidias in China verkaufter Chip durch Handelsbeschränkungen leistungsmäßig hinter der H100- oder Blackwell-Serie zurückliegt, übertrifft er noch immer die chinesische Konkurrenz. Dennoch hat Alibabas Zhenwu-Prozessor laut Insidern ein Leistungsniveau erreicht, das mit Nvidias H20 mithalten kann.
Dieser Trend zur Eigenentwicklung könnte Nvidias Geschäft in China weiter beeinträchtigen. Das Unternehmen hat bereits eine Vereinbarung mit der US-Regierung unter der Administration von Donald Trump für Exportlizenzen im Austausch für 15% der H20 Chip-Verkäufe in China getroffen. CEO Jensen Huang merkte zudem an, dass die Gespräche mit Washington über den Verkauf einer weniger fortgeschrittenen Chip-Version an China Zeit in Anspruch nehmen werden.

