Chinas strategisches Geschick im Zollkonflikt mit den USA
In einem scheinbar endlosen Tauziehen um Zölle und Handelspolitik zeichnet sich China als unangefochtener Gewinner im globalen Handelskonflikt ab. Diese Woche führten chinesische Vertreter in Stockholm Verhandlungen über eine Verlängerung eines bestehenden "Waffenstillstands" mit den USA – ein bemerkenswerter Schritt im Kontext der Ära der scharfen Zolldiplomatie.
China ist der einzige Staat, der es erfolgreich geschafft hat, die US-Administration dazu zu bewegen, einen Großteil ihrer Zollbarrieren zurückzuziehen. Diese Leistung ist teils der strategischen Nutzung von zwei entscheidenden Faktoren geschuldet. Zum einen drohen aufgrund Zollanhebungen unmittelbar Preisanstiege, die die Unterstützerbasis von "Make America Great Again" (MAGA) verärgern könnten. Zum anderen hängt die US-Industrie weiterhin stark von den seltenen Erden ab, die China liefert, was Peking eine starke Verhandlungsposition verleiht.
Mit diesem langfristigen Ansatz sichert sich China entscheidenden Einfluss und zeigt, dass es mehr als nur Rhetorik im Arsenal hat. Im Gegensatz zur Europäischen Union, die häufig über ihre Ambitionen philosophiert, setzt China leise, aber unaufhörlich seine Pläne um, um seine Position zu stärken und seine Interessen zu wahren.

