Chinas Außenhandel trotzt globalen Herausforderungen – Wohin der Schiffskurs nun geht
Chinas Außenhandel hat im September trotz anhaltender Handelskonflikte mit den USA unerwartet stark zugelegt. Die Pekinger Zollbehörde meldet einen bemerkenswerten Anstieg der Exporte und Importe, die in US-Dollar gemessen um 8,3 Prozent beziehungsweise 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sind. Mit einem Handelsüberschuss von rund 90,45 Milliarden US-Dollar übertraf das Reich der Mitte die Analystenerwartungen deutlich.
Die positive Entwicklung wird vor allem den fortlaufenden Exporten des produzierenden Gewerbes und steigenden Ausfuhren von Hightech-Produkten wie Elektroautos zugeschrieben. Während Chinas Handel damit scheinbar widerstandsfähig bleibt, ist der Export in den US-amerikanischen Markt im September drastisch eingebrochen. Der Konflikt mit Washington schwelt weiter, wobei neue angedrohte Zölle und Beschränkungen auf beiden Seiten die Beziehungen belasten.
In der Diskussion um seltene Erden hat China angekündigt, den Export dieser wertvollen Ressourcen strenger zu regulieren. Laut Maximilian Butek von der Deutschen Handelskammer in Ostchina sind deutsche Unternehmen von diesen Maßnahmen betroffen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Berlin und Peking sei nun gefragt, um Handelshemmnisse zu überwinden und bürokratische Schranken bei Exportgenehmigungen abzubauen.
Wenig überraschend zeigt sich jedoch, dass China neue Märkte für seine Produkte erschließt. Die Exporte in die Asean-Staaten und nach Afrika haben im September deutlich zugenommen. Während Exporte nach Deutschland um 10,9 Prozent stiegen, legten Importe lediglich leicht zu, was Butek auf die starke Lokalisierung deutscher Unternehmen in China zurückführt.
Trotz der robusten Handelszahlen kämpft Chinas Wirtschaft mit internen Problemen. Die schwache Inlandsnachfrage führt zu intensiven Preiskämpfen in verschiedenen Branchen, worauf Peking mit regulatorischen Maßnahmen reagieren könnte. Die ambitionierten Wachstumsziele von fünf Prozent für das laufende Jahr stehen unter Beobachtung, wobei das Vertrauen der Verbraucher durch hohe Jugendarbeitslosigkeit und Unsicherheiten auf dem Immobilienmarkt gedämpft wird.

