China kontert: Eskalation im Zollstreit lässt Wall Street taumeln
Die chinesische Ankündigung von massiven Gegenzöllen auf US-Importe traf die New Yorker Börsen wie ein weiterer Nadelstich in einen ohnehin geschwächten Markt. Der Dow Jones Industrial verzeichnete im frühen Handel ein Sinken um 2,6 Prozent auf 39.494 Punkte, nachdem er tags zuvor schon einen Verlust von 4 Prozent hinnehmen musste. Damit notiert der Index auf dem niedrigsten Stand seit August des vergangenen Jahres und steht kurz davor, die verlustreichste Woche seit Oktober 2020 zu erleben. Die Stimmung an den Märkten ist am Köcheln, angetrieben durch die Angst vor einem eskalierenden Zollkrieg, der globales Wachstum beeinträchtigen könnte.
Auch der Nasdaq 100, der von Schwergewichten aus dem Technologiesektor dominiert wird, verlor 2,7 Prozent und fiel auf 18.017 Punkte. Damit schloss der Index ebenfalls auf einem Tiefststand seit August 2024, mit einem Jahresverlust von bereits 14,5 Prozent. Insbesondere Aktien großer Chip-Hersteller erlebten herbe Kursverluste, während der S&P 500 um 3,0 Prozent auf 5.236 Punkte rutschte.
Die Gegenzölle Chinas, die am 10. April in Kraft treten sollen und 34 Prozent betragen, verstärkten die Panik unter den Anlegern. "Ein besorgniserregendes Zeichen, das die Weltwirtschaft tief treffen könnte", befand Susannah Streter vom britischen Investmenthaus Hargreaves Lansdown. Eine möglicherweise drohende weltweite Rezession scheint greifbarer, was Analysten von JPMorgan nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent angeben. Auch die EU erwägt bereits Gegenzölle, die im Monatsverlauf in Kraft treten könnten.
Getrieben von diesen Entwicklungen, erlebten Tech-Titel schwere Verluste. Besondere Einbußen erlitten Chip-Produzenten wie Nvidia, Applied Materials, Intel, Broadcom, AMD und Micron, deren Aktien um 4 bis 9 Prozent nachgaben. Im Vergleich dazu hielten sich Apple-Aktien mit einem Verlust von 2 Prozent relativ wacker, rutschten aber ebenfalls merklich.
Internetriesen aus China wie Alibaba und Baidu, deren Aktien an amerikanischen Börsen gehandelt werden, verloren jeweils rund 8 Prozent. Auch der Chemiesektor geriet unter Druck: Die Aktien von Dupont stürzten um fast 13 Prozent ab, da in China Ermittlungen wegen möglicher Wettbewerbsverstöße laufen.

