China demonstriert Hyperschallmacht bei Militärparade zum Kriegsende-Jubiläum
China wird Anfang September bei einer großangelegten Militärparade in Peking erstmals eine neue Generation von Hyperschallraketen und unbemannten Waffensystemen vorstellen. Anlass ist der 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, den die Regierung auch nutzen will, um die wachsenden Fähigkeiten der Volksbefreiungsarmee (PLA) in Szene zu setzen.
Laut Generalmajor Wu Zeke, stellvertretender Direktor im Operationsbüro des Generalstabs, umfasst die Parade die „Premiere von Hyperschall-, Raketenabwehr- und strategischen Raketen, um unsere starke strategische Abschreckung zu zeigen“. Zusätzlich werden modernisierte Panzer, autonome Land-, Luft- und Seeplattformen sowie elektronische Kriegsausrüstung präsentiert, darunter Laser- und Störsysteme. Über 10.000 Soldaten, rund 100 Flugzeuge und mehrere Hundert Bodenfahrzeuge sollen teilnehmen.
Besonders im Fokus stehen vier neue Modelle von Anti-Schiffsraketen mit den Bezeichnungen YJ-15, YJ-17, YJ-19 und YJ-20, die auf Bildern von Paradeproben auftauchten. Experten gehen von einer Mischung aus Hyperschall-Gleitkörpern und neuartigen Ramjet-Systemen aus, die sich gezielt gegen große US-Marineeinheiten wie Flugzeugträger richten könnten. Damit würde die PLA ihre Fähigkeiten im Bereich Anti-Access/Area-Denial deutlich ausbauen.
Ergänzt wird das Arsenal durch eine große Kampfdrohne und ein mutmaßliches Drohnenschiff. Auch neue Panzer mit unbemannten Türmen und sogenannten Active Protection Systems (APS) wurden gesichtet. Diese sollen Fahrzeuge selbstständig gegen Angriffe mit Panzerabwehrraketen schützen – eine Technologie, die vor allem für Taiwan ein Problem darstellen dürfte.
Taiwanesische Militäranalysten warnten, dass solche Systeme die Wirksamkeit asymmetrischer Verteidigungsstrategien – etwa der massenhaften Beschaffung von Panzerabwehrraketen wie der Javelin – deutlich schwächen könnten.
Die Parade findet unter den Augen von Staats- und Parteichef Xi Jinping statt, auch Russlands Präsident Wladimir Putin wird erwartet. Für Peking geht es nicht nur um historische Symbolik, sondern auch um eine klare Demonstration militärischer Stärke in einer zunehmend angespannten Sicherheitslage im Indopazifik.

