Chaos am Berliner Flughafen: Cyberangriff bringt den Betrieb ins Stocken
Der Berliner Flughafen sieht sich seit den frühen Morgenstunden mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert. Grund dafür sind die Nachwirkungen eines Cyberangriffs sowie die Rückreise tausender Marathonläufer, was zu langen Warteschlangen und spürbaren Verspätungen führte. Ein Sprecher des Flughafens erklärte am Vormittag, dass trotz der ausgefallenen Computersysteme für Check-in und Gepäckaufgabe alle Bemühungen unternommen werden, um den Betrieb weitestgehend aufrechtzuerhalten. Bislang musste jedoch erst ein Flug gestrichen werden.
Der genaue Zeitpunkt, wann die Systeme wiederhergestellt sein werden, bleibt unklar. Der Flughafen stehe in intensivem Austausch mit dem amerikanischen IT-Dienstleister, der Opfer des Cyberangriffs wurde. Das Unternehmen hatte angekündigt, dass man sich in der finalen Phase der notwendigen Updates befinde, um die volle Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.
Der Sprecher unterstrich: "Wir wollen sicherstellen, dass keine Schadsoftware mehr vorhanden ist, bevor wir das System wieder anschließen." Eine exakte Zeitangabe hierfür könne jedoch noch nicht gemacht werden. Auf der Webseite des Flughafens war zu sehen, dass viele Flüge in den frühen Morgenstunden pünktlich gestartet sind, doch nahm die Anzahl verspäteter Abflüge im Laufe des Vormittags zu. Dennoch hielten sich die Verzögerungen in den meisten Fällen unter einer Stunde.
Der IT-Dienstleister Collins Aerospace wurde bereits am Freitagabend von dem Cyberangriff getroffen, dessen Hintergründe weiterhin im Dunkeln liegen. Auch die Flughäfen in Brüssel, Dublin und London Heathrow meldeten infolge der Attacke Komplikationen bei der Passagierabfertigung, während die übrigen großen deutschen Flughäfen unbetroffen blieben.
In einigen Fällen griffen die Fluggesellschaften am Wochenende zu traditionellen Methoden und arbeiteten mit Papier und Stift, während Koffer teilweise erst am Folgetag ihren Besitzern nachgesendet wurden. Der Berliner Flughafen wies bereits am Wochenende darauf hin, dass der Montag aufgrund der Abreise zahlreicher Marathonläufer eine Herausforderung darstellen würde. Insgesamt werden 95.000 Passagiere erwartet, deutlich mehr als an einem normalen Montag. Passagiere werden gebeten, den Online-Check-in sowie die Gepäckaufgabe an Automaten zu nutzen, um Wartezeiten zu minimieren.

