Attentat auf Influencer

«Chance, Charlie Kirk auszuschalten»: Verdächtiger angeklagt

16. September 2025, 23:02 Uhr · Quelle: dpa
Tatverdächtiger im Kirk-Fall wegen Mordes angeklagt
Foto: Alex Goodlett/FR171569 AP/AP/dpa
Robinson sei unter anderem wegen Mordes angeklagt, sagt der Staatsanwalt von Utah County, Jeff Gray.
Tyler Robinson steht vor Gericht für den tödlichen Schuss auf Charlie Kirk. Der Fall wirft Licht auf politische Gewalt in den USA.

Provo/Washington (dpa) - «Ich hatte die Chance, Charlie Kirk auszuschalten, und ich werde sie nutzen.» Diese Notiz soll Tyler Robinson nach Angaben der Ermittler im Bundesstaat Utah unter seiner Tastatur hinterlassen haben. Nach dem tödlichen Schuss auf den rechten US-Aktivisten ist Robinson nun unter anderem wegen Mordes angeklagt worden. 

Der zuständige Staatsanwalt, Jeff Gray, kündigte an, für den 22-Jährigen die Todesstrafe zu beantragen. Er verlas insgesamt sieben Anklagepunkte: Robinson werden neben Mord auch Behinderung der Justiz, Zeugenbeeinflussung und eine Gewalttat in Anwesenheit von Kindern vorgeworfen. 

Erschwerend komme hinzu, dass er wohl aus politischen Motiven gehandelt habe, sagte Gray bei einer Pressekonferenz in der Stadt Provo. Er verwies auch auf Beweise, die Robinson belasteten - darunter DNA-Spuren an der mutmaßlichen Tatwaffe sowie Auswertungen von Überwachungsvideos.

Was zum Motiv bekannt ist

Auf eine Nachfrage eines Reporters des konservativen US-Senders Fox News, ob in diesem Kontext Transgender-Themen eine Rolle gespielt hätten, ließ sich der Staatsanwalt nicht ein. Transmenschen sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen.

Gray verwies lediglich auf Angaben, die er wenige Minuten zuvor gemacht hatte. Demnach habe Robinsons Mutter erklärt, dass ihr Sohn mit einer Transperson zusammengelebt habe. Der Staatsanwalt selbst sprach nur davon, dass dieser Person bei der Geburt das männliche Geschlecht zugeschrieben worden sei. Er fügte hinzu, Robinson habe mit ihr eine Liebesbeziehung geführt, ging auf das Thema aber sonst nicht weiter ein.

Nach Grays Worten war es diese Person, die die Notiz unter der Tastatur entdeckt hatte, nachdem Robinson sie per Textnachricht darauf hingewiesen hatte. Im Anschluss kam es laut dem Staatsanwalt zu einem schriftlichen Austausch, in dem Robinson die Tat mit zahlreichen Details einräumte und im Zuge dessen erklärte, er habe «genug von diesem Hass». Er habe auch gebeten, belastende Nachrichten zu löschen sowie gegenüber Polizei und Medien zu schweigen. «Ich hatte gehofft, dieses Geheimnis bis zu meinem Tod im hohen Alter für mich behalten zu können», soll Robinson unter anderem geschrieben haben.

Was für eine Rolle die Familie spielte

Gray äußerte sich auch zum familiären Hintergrund des Tatverdächtigen. Robinsons Mutter habe demnach nach der Tat Fotos des mutmaßlichen Schützen in den Nachrichten gesehen und ihrem Ehemann gesagt, dass dieser ihrem Sohn ähnlich sehe. Robinson habe sich ihr zufolge im vergangenen Jahr zunehmend politisch engagiert und verstärkt für die Rechte von Homosexuellen und Transpersonen eingesetzt - Ansichten, die im Gegensatz zu denen seines Vaters standen.

Denn dieser sei seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump zum eingefleischten Anhänger von dessen «Make America Great Again»-Bewegung (MAGA) geworden, soll Robinson in einer Textnachricht geschrieben haben. Seinem Vater gegenüber habe der Tatverdächtige auch angedeutet, der Schütze bei dem Attentat gewesen zu sein. Seine Eltern und ein Freund der Familie hätten ihn dann überzeugt, sich der Polizei zu stellen.

Was am Tattag passierte - und was danach

Am vergangenen Mittwoch war auf dem Campus einer Universität in Utah auf Kirk geschossen worden, als dieser dort vor zahlreichen Menschen sprach. Auf Videos in sozialen Medien war der Schuss zu hören. Zu sehen war, wie der 31-Jährige tödlich getroffen wurde. Menschen warfen sich auf den Boden, schrien, rannten weg. Kirk starb wenig später im Krankenhaus.

Kirks Tod entfaltet in den USA eine enorme politische Schlagkraft. Der Trump-Unterstützer war eine prägende Stimme der US-Rechten und erreichte ein Millionenpublikum, vor allem junge Männer. 2012 gründete er die Jugendorganisation Turning Point USA, die heute an zahlreichen Highschools und Hochschulen aktiv ist. Als prominenter Vertreter der MAGA-Bewegung verschaffte er Trump wichtige Stimmen junger Konservativer. Kirk galt als enger Vertrauter von Vizepräsident JD Vance und von Trumps ältestem Sohn, Donald Trump Jr.. 

Was die Tat für die USA bedeutet

Das Attentat reiht sich ein in eine Serie politisch motivierter Gewalttaten in den USA. Vor wenigen Monaten wurden im Bundesstaat Minnesota eine demokratische Politikerin und ihr Ehemann erschossen. Auch auf Trump war im vergangenen Jahr bei einem Wahlkampfauftritt geschossen worden. Behörden und Experten warnen seit Langem vor zunehmender Radikalisierung - befeuert durch Hass im Netz und aggressive Rhetorik.

Die Trump-Regierung streitet allerdings ab, politisch motivierte Gewalt sei ein Problem beider Seiten, und stellt sie primär als Phänomen der «radikalen Linken» dar. Seit dem Attentat nutzen der Präsident und sein Umfeld die enorme Reichweite von Kirks Organisationen und Medienplattformen nicht nur, um an den Aktivisten zu erinnern - sondern auch, um eigene politische Botschaften zu platzieren. 

Beobachter warnen deshalb, die Tat diene als Vehikel, um einen zunehmend autoritären Regierungsstil zu legitimieren und die Radikalisierung von Teilen der Gesellschaft weiter anzufeuern. Nach Einschätzung von Experten werde Kirk bereits mit religiöser Sprache zum Märtyrer stilisiert, während die Verantwortung nicht allein einer Einzelperson, sondern einem ganzen politischen Lager angelastet werde.

Wie es nun weitergeht

Vor diesem Hintergrund kündigte Vizepräsident Vance zu Wochenbeginn in einer im Weißen Haus aufgezeichneten Sonderausgabe der «Charlie Kirk Show» an, gegen ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen vorgehen zu wollen, das er - ohne Belege vorzulegen - für die Gewalt verantwortlich machte. Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller sprach gar von einer «inländischen Terrorbewegung».

Auf die Frage nach möglichen weiteren Verdächtigen sagte Staatsanwalt Gray in Utah, es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise darauf. Robinson soll noch am Dienstag (Ortszeit) zu einer ersten virtuellen Anhörung vor einem Richter erscheinen.

Kriminalität / Regierung / Medien / Leute / Prozess (Gericht) / USA
16.09.2025 · 23:02 Uhr
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