Carlyle plant Verkauf von Calastone – Ein Milliarden-Deal in der Finanztechnologie
Die US-Investmentfirma Carlyle hat Barclays als Berater engagiert, um den Verkauf ihres britischen Fondnetzwerks und Datendienstleisters Calastone zu prüfen. Dieses potenzielle Geschäft könnte die jüngste Transaktion in einem Sektor sein, der in den letzten Jahren beträchtliche Geldströme von Investoren angezogen hat.
Calastone, mit Sitz in London, bietet einen Marktplatz für den Handel und die Abwicklung von Investmentfonds auf Basis von Blockchain-Technologie und liefert zudem Daten zu Fondsströmen. Der Verkaufsprozess befindet sich noch in der Anfangsphase, jedoch wird erwartet, dass Carlyle bis zum Sommer ein Bieterverfahren einleitet.
Das Unternehmen könnte beim Verkauf mehr als 20-mal sein EBITDA erreichen, was einem Wert von über 600 Millionen Pfund entspricht. Dies basiert auf vergleichbaren Transaktionen im Bereich der Finanztechnologie und Daten. Obgleich der Verkauf noch nicht sicher ist, zeigt sich Calastone als attraktives Ziel für internationale Börsen und Marktinfrastrukturgruppen sowie private Equity-Firmen.
Ein solches Geschäft würde in eine Reihe von Transaktionen einreihen, bei denen spezialisierte Finanztechnologieunternehmen zu hohen Bewertungssummen veräußert wurden. Die Kundschaft von Calastone umfasst 4.000 Fondsverwalter und -manager in 57 Ländern, die monatlich Investitionen im Wert von 270 Milliarden Pfund abwickeln.
Das Unternehmen setzt auf innovative Technologien wie Blockchain, um manuelle Prozesse zu automatisieren und damit die Effizienz zu steigern. Carlyle hatte Calastone 2020 von Octopus Ventures und Accel übernommen. Der CEO Julien Hammerson und sein Managementteam halten eine Minderheitsbeteiligung.
Laut den Jahresberichten stiegen die Einnahmen von Calastone im Jahr 2023 auf 68,3 Millionen Pfund.

