Cannabis-Markt in Asien - was Investoren wissen sollten

• Der globale Cannabismarkt entfaltet sich immer weiter, hinkt Asien hinterher?
• "Drogen haben viele Leben zerstört, aber eine starrköpfige Regierungspolitik hat noch viel mehr zerstört", so der malaysische Gesundheitsminister Dzulkefly Ahmad zur Drogen-Situation im asiatischen Raum.
• Marihuana-Entkriminalisierung für medizinische Zwecke rollt langsam an.

Hinter der Hanfpflanze steht eine enorme Palette an Anwendungsmöglichkeiten, das Potenzial des aufkeimenden Marktes ist scheinbar gigantisch: Bis zum Jahr 2025 soll der globale Cannabis-Markt einen Wert von 66,3 Milliarden US-Dollar erlangen, prognostiziert Grand View Research in ihrem Bericht für 2018.

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Weltweit aufkeimender Hanfmarkt

In einem regelrechten Hype sprießen zahlreiche Cannabis-Konzerne weltweit geradezu aus dem Boden und werfen die verschiedensten Produkte auf den Markt. Die Nase vorn haben insbesondere medizinisches Cannabis sowie Hanfartikel, die anstatt THC den nicht-psychoaktiven Wirkstoff CBD beinhalten. Während die Akzeptanz und Entkriminalisierung von Marihuana in vielen Ländern - hauptsächlich für den medizinischen Gebrauch - stetig zunimmt, haben Länder wie Kanada und Uruguay das grüne Kraut vollständig legalisiert. Auch in den USA kommen derzeit Diskussionen auf, ob Cannabis auf Bundesebene erlaubt werden sollte. Bislang ist in 11 Bundesstaaten der USA der Freizeitkonsum des Rauschmittels gestattet, immerhin ist in 33 Staaten nur der medizinische Gebrauch legal - US-Gesetzgeber beraten nun offenbar über eine Lockerung der Gesetze. In anderen Ländern, wie beispielsweise in Deutschland und Australien, findet ebenfalls der medizinische Gebrauch von Cannabis immer mehr Anwendung.

Tabuthema auf dem asiatischen Markt?

Allerdings ist die Einstellung gegenüber der antiken Heilpflanze noch nicht überall derartig auf dem Vormarsch. Denn in Asien ist Hanf erst dabei, sich von seinem tabuähnlichen Status zu entfernen. In der Vergangenheit machten viele Länder im asiatischen Raum mit strengen Strafen bei Drogenkonsum oder -besitz auf sich aufmerksam, verlautet die US-amerikanische Nachrichtenseite CNBC. Insbesondere der blutige Drogenkrieg auf den Philippinen machte mitunter deutlich Schlagzeilen. Doch zumindest teilweise scheint das Thema allmählich aufzubröckeln und die tabuisierende Haltung wird gelockert - das grüne Kraut in Asien erhält langsam Einzug in den medizinischen Gebrauch. "Drogen haben viele Leben zerstört, aber eine starrköpfige Regierungspolitik hat noch viel mehr zerstört", kommentierte der malaysische Gesundheitsminister Dzulkefly Ahmad in einer Stellungnahme und zeigte sich optimistisch, dass eine Legalisierung einen "Wendepunkt" darstelle. "Ich denke, es ist offensichtlich, dass es nach 40 Jahren Kampf gegen Drogen nicht funktioniert hat. Es sollte eine Entkriminalisierung geben", zitiert das Medienunternehmen den Politiker.

Entkriminalisierung von Cannabis rollt an

Als asiatischer Vorreiter in dieser Sache kann neben Südkorea, wo bereits im November medizinischen Marihuana legal wurde, Thailand bezeichnet werden: Im Februar dieses Jahres legalisierte das Land den Gebrauch von Hanf zu medizinischen Zwecken. Auch in Seoul und Bangkok schreitet die Entkriminalisierung der Heilpflanze dank staatlicher Genehmigungen für den Gesundheitsgebrauch allmählich voran. Daneben wurden in Japan, laut CNBC, bereits klinische Studien durchgeführt, die sich mit einem Präparat für Epilepsiepatienten, das CBD beinhaltet, befasste. Weitere asiatische Länder setzen sich scheinbar zunehmend mit medizinischem Cannabis-Gebrauch auseinander, berichtet Prohibition Partners - ein Unternehmen, das Beratung in der Hanfindustrie anbietet. Unter anderem habe auch die chinesische Regierung die Cannabisforschung, trotz des illegalen Status, gefördert und soll an der Hanfproduktion beteiligt sei. Hier wurde Hanma Investment Group anscheinend als erster Konzern gestattet, CBD zu produzieren - 90 Prozent seiner Produktion exportiert das Unternehmen allerdings, so CNBC. Hanma Investment Group habe sich unter anderem zum Ziel gemacht, die Vorteile der Heilpflanze hervorzuheben und eine weniger ablehnende Grundeinstellung zu ihr zu verbreiten. "Wir haben erneut darauf hingewiesen, dass Cannabis im Medizin- und Gesundheitssektor verwendet werden kann ", sagte Tan Xi, Präsident der HMI, gegenüber dem US-Sender.

Folglich entsteht scheinbar der Eindruck, dass sich in diesen sonst als eher Drogen-streng bekannten Ländern Asiens ein weicherer Umgangston ausbreitet. CNBC verlautet, Experten sähen sich durch diese Fortschritte dazu veranlasst, eine nahende Entkriminalisierung des grünen Krauts in Südostasien zu erkennen.

Wie Anleger von dieser Cannabis-Entwicklung profitieren könnten

Während auf dem Cannabismarkt des Westens bei Freizeit-Gras eine deutlich höhere Marktprognose gestellt wird, wie Prohibition Partners verlautet, ist in Asien der Fokus anders zu legen: Besonders aus demografischer Sichtweise ist der Cannabis-Konsum aus gesundheitlichen Zwecken zu erwarten. Zwar ist die Heilpflanze in den meisten Ländern Asiens weiterhin illegal, dennoch prophezeit Prohibition Partners, dass der dortige Markt für medizinisches Marihuana in den nächsten fünf Jahren einen Wert von bis zu 5,8 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Denn in zahlreichen asiatischen Ländern ist der Bevölkerungsanteil älterer Menschen besonders hoch: "Japan hat derzeit mit 33,1 Prozent die größte Bevölkerung älterer Menschen. Dies wird langfristig zu einem beispielslosen Anstieg der Gesundheitskosten führen," so der Bericht des Beratungsunternehmens. Da es auch in anderen asiatischen Ländern, allen voran auch China, ähnlich aussieht, sei davon auszugehen, dass Asien darauf zusteuere, die älteste Bevölkerung der Welt zu haben. Die Folgen: Zahlreiche, potenzielle Patienten, die womöglich unter chronischen Krankheiten leiden. "Chinesische Investoren wärmen sich auf", so Prohibition Partners - im November 2018 fand zwar das erste Investorensymposium für Cannabis in Hongkong statt, allerdings zögerten Anleger noch, aktiv in die Grasindustrie zu investieren.

Langer Atem von Asien-Investoren gefragt?

Wie die US-Nachrichtenseite berichtet, sind sich Marktkenner einig, dass keine Legalisierung für den Freizeitgebrauch zu erwarten ist - und auch die Freigabe für Gesundheitszwecke dürfte noch vor zahlreichen Hürden stehen, weshalb keine allzu große Euphorie an den Tag gelegt werden sollte. Denn vor allem die potenziellen Kosten, um eine entsprechende Infrastruktur zu ermöglichen, werden als träger Beinklotz bei der weiteren Entwicklung des asiatischen Cannabismarktes gewertet. Außerdem könnte es in Asien länger dauern, bis dem medizinischen Graskonsum ausreichend Akzeptanz entgegengebracht wird als in westlichen Ländern, wie in den USA. Grund dafür sind die allgemeinen Konsumraten, die dort wesentlich niedriger seien, erklärt Wayne Hall, der Professor für Substanz-Missbrauchsforschung an der University of Queensland ist.

Anleger, die am Cannabismarkt in Asien interessiert sind, sollten also gut beraten sein, die weiteren Entwicklungen bei den ‚Pot-Pionieren‘ vor Ort im Auge zu behalten und sich an der Gesundheitsbranche zu orientieren.

Theresa Holz /

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Ausland
[finanzen.net] · 17.07.2019 · 19:06 Uhr
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