Cancom trotzt schwierigem Marktumfeld mit stabilem Umsatzwachstum
In einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld hat der IT-Dienstleister Cancom seine im November reduzierten Jahresziele gerade so erreicht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich 2024 um über zwei Prozent auf 113,1 Millionen Euro, wie das Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen verkündete. Damit positioniert sich das Ergebnis am unteren Rand der im November angepassten Prognose, die zwischen 112 und 130 Millionen Euro lag. Analystenerwartungen wurden hier leicht verfehlt.
Hingegen erzielte der Umsatz einen Anstieg von mehr als 14 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro, was fast den oberen Bereich des prognostizierten Ausblicks darstellt. Trotz dieser durchwachsenen Ergebnisse zeigte sich die Cancom-Aktie nach Handelsbeginn weitgehend stabil. Analyst Martin Comtesse von der Investmentbank Jefferies bewertete die Ergebnisse zwiespältig. Während der Umsatz erfreulich ausfiel, blieben die Margen hinter den Erwartungen zurück.
Diese unvorhergesehene Schwäche in der Profitabilität könnte auf das angespannte Marktumfeld zurückzuführen sein, das zu ausbleibenden Mengennachlässen führte. Ein Händler vergab ein moderates positives Urteil mit Blick auf die anvisierte stabile Entwicklung. Im Herbst hatte Cancom die Erwartungen für das Jahr 2024 bereits angepasst.
Wie der Konkurrent Bechtle bedient Cancom viele Auftraggeber im öffentlichen Sektor, wo die Haushaltslage und politische Unsicherheiten durch das Aus der Ampel-Koalition auf Bundesebene die Planungen erschwerten. Besonders das vierte Quartal bietet normalerweise lukrative Geschäfte mit staatlichen Institutionen, wenn Budgetreste ausgeschöpft werden. Dennoch führte die anhaltende Wirtschaftsflaute in Deutschland und Europa zu einer gedämpften Nachfrage im Mittelstand.
Vor kurzem hatte Bechtle sogar seine gesamte Jahresprognose zurückgezogen. Positiv hervorgetan hat sich Cancom durch einen bedeutenden Anstieg des operativen Cashflows, der im vergangenen Jahr auf 192,9 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr ausfiel. Die endgültigen Jahreszahlen sollen am 31. März veröffentlicht werden.

