BYD: Chinas E-Auto-Riese auf Europakurs
Die steigende Beliebtheit von Elektrofahrzeugen (EVs) in Europa eröffnet chinesischen Herstellern neue Möglichkeiten, allen voran BYD. Nach der Einführung ihrer ersten Modelle Atto 3, Han und Tang Ende 2022 hat BYD seine Fahrzeugpalette auf mindestens zehn verschiedene Modelle erweitert.
Laut ACEA-Daten wuchs BYDs Marktanteil bei Neuzulassungen in der EU im Juli 2025 auf 1,1 %, ein deutlicher Sprung gegenüber 0,4 % im Vorjahr. Während die Neuzulassungen in der EU insgesamt um 0,7 % zurückgingen, verzeichnete BYD im ersten Halbjahr 2025 einen beeindruckenden Absatzanstieg von 251,3 %. Dies wirft die Frage auf, ob sich europäische Bedenken über eine chinesische Übernahme möglicherweise als unbegründet erweisen könnten.
Maria Grazia Davino, seit kurzem Senior Vice President und Regional Managing Director bei BYD Europe, erläuterte in einem Interview mit Euronews die Zukunftsvision des Unternehmens. Sie betonte die Akzeptanz der Fahrzeuge: "Unsere Autos übertreffen die Erwartungen der Kunden, die Konversionsrate ist herausragend." Die Einführung eines Produktionswerks in Ungarn, wo bald der erste Dolphin Surf vom Band rollen soll, ist Teil der Strategie, Importzölle zu umgehen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Trotz Zusatzabgaben von 17 % für BYD und neuen Kaufanreizen in Ländern wie Frankreich, die europäische Fahrzeuge bevorzugen, zeigt sich Davino optimistisch. "Wir sind bereit, im Wettbewerb zu bestehen", sagte sie. BYD plant, seine Vertriebs- und Personalstrategie zu verstärken, um dem wachsenden Markenbewusstsein gerecht zu werden.
Der anhaltende Erfolg von Hybriden, die in der ersten Hälfte 2025 34,8 % aller Neuzulassungen ausmachten, unterstreicht die Präferenz für praktische Alternativen. Modelle wie der Seal 6 DM-i Touring bieten eine Reichweite von bis zu 1.350 Kilometern und werden als stressfreie Lösung gegen "Reichweitenangst" positioniert.
Letztlich wird die Entscheidung der Verbraucher über den Erfolg von vollelektrischen gegenüber hybriden Fahrzeugen entscheiden, so Davino. Der europäische E-Automarkt bleibt ein spannendes Feld für BYD, das mit Zuversicht und innovativen Lösungen an Fahrt gewinnt.

