Börsengang im Visier: KNDS plant Doppellisting in Paris und Frankfurt

Der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS steht offenbar vor einem bedeutenden Schritt: einem möglichen Börsengang. Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge bereitet sich das Unternehmen akribisch auf ein Doppellisting in Paris und Frankfurt im kommenden Jahr vor. Nordpunkt der Überlegungen ist eine angestrebte Unternehmensbewertung von satten 20 Milliarden Euro. Noch in dieser Woche könnten konkrete Pläne das Licht der Öffentlichkeit erblicken, wobei der genaue Zeitplan weiterhin flexibel gehandhabt wird. KNDS zieht es vor, keine Stellungnahme zu den Berichten abzugeben.
Spekulationen über einen Börsengang von KNDS gab es bereits in der Vergangenheit, wobei das Management zuvor 2026 als realistisches Ziel nannte. Doch die aktuelle Dynamik an den Märkten für Rüstungsaktien scheint verlockend genug, um die Pläne vorzuziehen. Eine weitere Konsequenz könnte die Abkühlung derzeitiger Spekulationen über eine Kooperation mit Rheinmetall sein. Bekanntlich arbeitet der Rheinmetall-Chef Armin Papperger laut Bloomberg bereits an neuen Ansätzen für eine Partnerschaft mit KNDS – ein Schritt, der einen neuen titanischen Verteidigungsgiganten in Europa hervorbringen könnte.
Die strategische Bedeutung von KNDS als Hersteller des Leopard 2-Panzers, der in jüngsten Konflikten eingesetzt wurde, ist nicht von der Hand zu weisen. Vor etwa zehn Jahren aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Nexter entstanden, befindet sich KNDS heute im Besitz der deutschen Familie Wegmann und der französischen Regierung. Die Geschichte mit Rheinmetall ist dabei keine neue: Schon Ende 2018 gestellte Fusionsgespräche scheiterten jedoch aus politischen und personellen Gründen – ein Kapitel, das wohl noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

