Bungie verliert kreative Schlüsselfigur – Marathon steht vor heikler Phase
Der nächste Dämpfer für Bungie kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nur wenige Monate vor dem geplanten Start von Marathon verliert das Studio eine der wichtigsten kreativen Stimmen hinter dem Projekt. Art Director Joseph Cross hat Bungie verlassen und sorgt damit für neue Unruhe rund um den ambitionierten Shooter.
Cross war über Jahre hinweg maßgeblich für den visuellen Stil von Marathon verantwortlich. Sein Abgang kommt nicht nur überraschend, sondern trifft das Projekt in einer Phase, in der jede Entscheidung zählt. Der Release ist aktuell für März 2026 geplant, nachdem Bungie das Spiel bereits einmal verschoben hatte.
Ein kreativer Kopf verlässt das Projekt
Wie Kotaku berichtet, deuten Änderungen in Cross’ LinkedIn-Profil sowie auf seinen Social-Media-Kanälen darauf hin, dass er Bungie verlassen hat. Später bestätigte er den Schritt selbst. Laut eigener Aussage sei es eine persönliche Entscheidung gewesen, nach rund sechs Jahren intensiver Arbeit einen neuen Abschnitt zu beginnen.
Joseph Cross ist kein unbekannter Name bei Bungie. Bereits während der Destiny-Ära prägte er als Lead Concept Artist den Look des Studios. Um das Jahr 2020 kehrte er zurück, um Marathon visuell neu zu definieren. Gerade dieser Stil – futuristisch, reduziert, fast schon experimentell – wurde schnell zu einem der Markenzeichen des Spiels. Für viele Fans war genau das einer der Gründe, warum Marathon überhaupt Aufmerksamkeit bekam. Der Verlust dieser kreativen Handschrift wirft nun Fragen auf.
Marathon steht ohnehin unter Druck
Der Zeitpunkt könnte kaum sensibler sein. Marathon hatte bereits mit Gegenwind zu kämpfen, nachdem ein früher Alpha-Test kritisches Feedback ausgelöst hatte. Spielerinnen und Spieler bemängelten unter anderem das Gameplay-Gefühl und die soziale Dynamik. Bungie reagierte darauf mit Anpassungen, etwa der Einführung von Proximity-Chat, um Begegnungen intensiver und unvorhersehbarer zu machen.
In der Community wird der Abgang von Cross deshalb nicht isoliert betrachtet. Auf Reddit und in Foren häufen sich Kommentare, die Zweifel äußern. Einige Fans fragen sich offen, ob intern noch alles rund läuft. Andere betonen, dass große Studios Abgänge dieser Art auffangen können, vor allem, wenn der visuelle Grundstein längst gelegt ist. Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl. Gerade bei einem Spiel, das sich stark über Atmosphäre, Stil und Wiedererkennungswert definiert, ist der Verlust eines Art Directors kein kleines Detail.
Was bedeutet das für den Release?
Offiziell hält Bungie weiterhin am Release-Zeitraum im März 2026 fest. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Abgang von Cross zu einer erneuten Verschiebung führen wird. Dennoch fragen sich viele, wie viel Feinschliff noch nötig gewesen wäre und ob kreative Entscheidungen nun anders ausfallen. Wichtiger Satz dazu: Cross betonte selbst, dass er die Entscheidung bewusst getroffen hat und stolz auf die Arbeit der letzten Jahre ist. Das spricht dafür, dass Marathon visuell auf stabilen Beinen steht. Doch Spiele dieser Größenordnung leben auch von Detailarbeit bis zur letzten Minute.
Für Bungie ist Marathon mehr als nur ein neues Spiel. Es ist ein Neustart einer alten Marke und gleichzeitig ein wichtiger Schritt nach Destiny. Genau deshalb wird jeder personelle Wechsel kritisch beäugt. Ob der Abgang von Joseph Cross am Ende spürbare Folgen hat, wird sich erst nach dem Release zeigen. Bis dahin bleibt Marathon ein Projekt zwischen großer Erwartung und wachsender Nervosität. Fans hoffen, dass Bungie den kreativen Kurs halten kann, auch ohne eine der prägenden Figuren hinter den Kulissen.



