Bundesregierung will Internet-Giganten besteuern

29. Mai 2025, 00:01 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Die Bundesregierung plant, digitale Internet-Konzerne wie Google und Meta mit einer Plattformabgabe von zehn Prozent zu besteuern, um ihre Abhängigkeit von amerikanischer Technologie zu verringern. Staatsminister Wolfram Weimer sagte, die Abgabe würde den Wettbewerb fördern und den Konzernen eine gerechtere Steuerlast auferlegen.

Berlin - Die schwarz-rote Bundesregierung will nach österreichischem Vorbild digitale Internet-Konzerne wie Google und Meta über eine Plattformabgabe überraschend stark besteuern.

"Es muss sich jetzt etwas ändern. Deutschland macht sich inzwischen in bedenklicher Weise abhängig von der technologischen Infrastruktur der Amerikaner", sagte der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, dem "Stern".

"Wir halten einen Abgabesatz von zehn Prozent für moderat und legitim. Die Erfahrungen aus Österreich zeigen, dass diese Form der Abgabe keine relevante Preisveränderung für Endkunden mit sich gebracht hat. Es hat aber dazu geführt, dass die Konzerne endlich einen kleinen Steuerbeitrag für die Gesellschaft leisten, also ihre gewaltige Marge etwas sinkt. Zugleich öffnet das den Wettbewerb."

Weimer, ein enger Vertrauter von Kanzler Friedrich Merz (CDU), griff die Internet-Konzerne für ihr unsolidarisches Geschäftsgebaren an: "Die großen Plattformen betreiben geschickte Steuervermeidung. Das ist unsolidarisch und führt seit Jahren zu schweren Konflikten mit den nationalen und europäischen Behörden."

Als Grund für die geplante Abgabe nannte er "monopolähnliche Strukturen" der Internet-Konzerne. "Die Medienvielfalt wird dadurch gefährdet." Er habe die Google-Führung sowie wichtige Branchenvertreter "zu Gesprächen ins Kanzleramt eingeladen, um Alternativen, möglicherweise auch freiwillige Selbstverpflichtungen, zu prüfen", sagte Weimer. "Zugleich bereiten wir konkret eine Gesetzesvorlage vor."

In Österreich verpflichtet die Digitalsteuer seit dem Jahr 2020 große Online-Plattformen, fünf Prozent der Einkünfte aus der Werbevermarktung abzuführen. Weimer deutete an, dass auch Merz die Pläne mitgeht, obwohl die Union Steuererhöhungen genauso vermeiden wollte wie neue Irritationen mit den USA im Zollstreit. "Mein Eindruck nach meinen Vorgesprächen in der Koalition ist, dass es hier zwischen der Union und den Sozialdemokraten, aber auch mit den Grünen, eine große Einigkeit in der Einschätzung geben könnte", sagte er. "Wir sollten Google und Co. endlich fordern."

Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, eine Abgabe für Online-Plattformen, die Medieninhalte nutzen, zu prüfen. Der Plan fällt in die Zuständigkeit des Staatsministers für Kultur und Medien. Merz wird dem Vernehmen nach Anfang Juni nach Washington reisen.

Wirtschaft / Deutschland / USA / Internet / Unternehmen / Steuern
29.05.2025 · 00:01 Uhr
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