Bundespräsident Steinmeier ruft zu aktivem Engagement für Demokratie auf
Ein Aufruf zur aktiven Mitgestaltung
Anlässlich des Grundgesetztags hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eindringlich dazu aufgerufen, sich aktiv für das Funktionieren der Demokratie einzusetzen. "Die Demokratie braucht aktive Bürger. Sie braucht Tatkraft", erklärte Steinmeier in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit, dass jeder Einzelne einen Beitrag zur Stärkung der demokratischen Werte leisten sollte, um die freiheitliche Ordnung in Deutschland zu bewahren.
Bedeutung des Grundgesetzes
Steinmeier würdigte das Grundgesetz als eine fundamentale Errungenschaft für das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland. "Aber Demokratie ist eben keine Kopfsache. Sie braucht Arme und Beine, also Menschen, die sich einmischen, die mitmachen", so der Bundespräsident weiter. Diese Aussage verdeutlicht, dass die theoretischen Grundlagen der Demokratie ohne praktisches Engagement der Bürger nur schwer Bestand haben können.
Aktionen für das Ehrenamt
Um das Engagement zu fördern, wurde der Grundgesetztag zum "Ehrentag" erklärt, der mit zahlreichen Aktionen unter dem Motto "Für dich. Für uns. Für alle" gefeiert wird. Diese Initiativen, die von Kommunen, Vereinen und Einzelpersonen getragen werden, sollen den Wert des Ehrenamts in den Vordergrund rücken und die Bürger dazu anregen, aktiv zu werden.
Vorbildfunktion des Bundespräsidenten
Steinmeier selbst geht mit gutem Beispiel voran. In den vergangenen Tagen hat er in Nordrhein-Westfalen Stolpersteine geputzt und sich an der Pflege von Wanderwegen im Chiemgau beteiligt. An diesem Samstag wird er in Berlin unter anderem Gärtnerarbeiten auf einem Friedhof durchführen und ein Seniorenheim besuchen. Diese Handlungen sollen nicht nur als Vorbild dienen, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Gemeinschaft und des Miteinanders schärfen.
Feier des Grundgesetzes
"Mir ist es ein Herzensanliegen, den Geburtstag unserer Verfassung sehr viel stärker im allgemeinen Bewusstsein zu verankern, jenseits der Politik", betonte Steinmeier. Er sieht den 23. Mai als einen Tag, der gefeiert werden sollte, indem die Menschen gemeinsam aktiv werden. "Über das Mitmachen können wir als Gesellschaft so etwas wie eine gemeinsame demokratische Grunderfahrung machen und erleben, dass jeder von uns etwas bewirken kann."
Einbindung junger Menschen
Ein weiterer Fokus von Steinmeiers Initiative liegt auf der Ansprache junger Menschen. Diese seien oft mobil und digital aktiv, doch es gäbe zahlreiche Möglichkeiten, sich auch in der analogen Welt zu engagieren. Der Bundespräsident ermutigt junge Leute, am Ehrentag einfach einmal in ein Ehrenamt hineinzuschnuppern, um herauszufinden, ob ihnen das Engagement zusagt.
Nachhaltigkeit des Ehrentags
Steinmeier hat den Ehrentag als eine wiederkehrende Veranstaltung ins Leben gerufen und wünscht sich, dass dieser Tag künftig jährlich gefeiert wird. Dabei äußerte er jedoch Bedenken gegenüber dem Vorschlag, den 23. Mai zu einem bundesweiten Feiertag zu machen. "Die Demokratie und die Werte unserer Verfassung sollten gefeiert werden - aber nicht durch Rückzug aufs heimische Sofa oder die Fahrt ins Grüne", so Steinmeier. Er plädiert dafür, dass dieser Tag ein Aufruf zur aktiven Mitgestaltung unserer Gesellschaft bleibt.

