Bundespräsident Steinmeier ruft zu aktivem Engagement für die Demokratie auf
Aufruf zur aktiven Bürgerbeteiligung
Anlässlich des Grundgesetztags hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürger Deutschlands dazu ermutigt, sich aktiv für die Demokratie einzusetzen. "Die Demokratie braucht aktive Bürger. Sie braucht Tatkraft", erklärte Steinmeier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. In seiner Ansprache betonte er, dass die freiheitliche, demokratische Ordnung von dem Engagement jedes Einzelnen abhängt und dass Demokratie nicht nur eine theoretische Angelegenheit sei, sondern lebendige Teilhabe erfordere.
Das Grundgesetz als Fundament der Freiheit
Steinmeier hob hervor, dass das Grundgesetz eine herausragende Errungenschaft für die Bundesrepublik Deutschland sei. "Demokratie ist eben keine Kopfsache. Sie braucht Arme und Beine, also Menschen, die sich einmischen, die mitmachen", so der Bundespräsident. Der 23. Mai, an dem das Grundgesetz 1949 verkündet wurde, wurde von Steinmeier zum "Ehrentag" erklärt. Dieser Tag soll sowohl das Bewusstsein für das Grundgesetz schärfen als auch das Ehrenamt in den Fokus rücken.
Ehrenamt als Rückgrat der Demokratie
Im Rahmen seiner Aktivitäten packte Steinmeier selbst im Berliner Gemeinschaftsgarten Prinzessinnengarten mit an, indem er Zucchinipflanzen setzte und Spinat erntete. "Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Demokratie", betonte er und forderte die Bürger auf, gemeinsam etwas für das Land zu tun. Steinmeiers Engagement erstreckt sich über verschiedene Aktivitäten, darunter die Pflege von Stolpersteinen in Nordrhein-Westfalen und die Unterstützung von Wanderwegen im Chiemgau.
Bedeutung des 23. Mai
Steinmeier erklärte, dass es ihm ein persönliches Anliegen sei, den Geburtstag des Grundgesetzes stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. "Unser Grundgesetz garantiert uns allen Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie", so Steinmeier. Der 23. Mai sollte als Tag gefeiert werden, an dem die Bürger aktiv werden und für einander da sind. Durch gemeinsames Handeln könne man eine gemeinsame demokratische Erfahrung machen und erkennen, dass jeder Einzelne etwas bewirken kann.
Interesse junger Menschen wecken
Ein besonderes Augenmerk legt Steinmeier auf die Einbindung junger Menschen in das Ehrenamt. Obwohl diese Generation stark im digitalen Raum aktiv ist, sieht er zahlreiche Möglichkeiten für Engagement, auch unabhängig vom Wohnort. Steinmeier ermutigte junge Leute, an diesem Ehrentag in Ehrenämter hineinzuschnuppern, ohne sich sofort festlegen zu müssen. "Wenn es ihnen gefällt und sie dabeibleiben - umso besser."
Nachhaltigkeit des Ehrentags
Der erstmals begangene Ehrentag soll nach Steinmeiers Vorstellungen keine einmalige Angelegenheit bleiben. Er wünscht sich, dass der Geburtstag des Grundgesetzes künftig jährlich gefeiert wird. Gleichzeitig äußerte er Bedenken gegenüber dem Vorschlag, den 23. Mai zu einem bundesweiten Feiertag zu erklären. Stattdessen solle dieser Tag dazu dienen, aktiv zu werden und nicht im Stillstand zu verharren. "Es soll ein Tag sein, an dem wir uns vornehmen, gemeinsam etwas für andere und für das Land zu tun," schloss er seine Ansprache.

