Bundespolitiker behalten umweltbelastende Dienstwagen: Elektrifizierung bleibt auf Sparflamme
Die jüngste Analyse der Deutschen Umwelthilfe (DUH) offenbart, dass zahlreiche Spitzenpolitiker in Deutschland weiterhin auf Fahrzeuge setzen, deren CO2-Ausstoß über dem Durchschnitt der aktuell in Deutschland zugelassenen Pkw liegt. Trotz der sich verschärfenden Klimakrise zeigt sich im Bundeskabinett daher noch kein eindeutiger Wandel hin zu umweltfreundlicheren Fahrzeugen, so die DUH.
Während die Anzahl der rein batterieelektrischen Dienstwagen auf Bundesebene, inklusive der Staatssekretärinnen und -sekretäre, von 50 auf 57 Prozent stieg, bleibt Luft nach oben. Dies scheint die Umstellung auf sparsamere Dienstwagen zumindest vorerst auszubremsen.
Die Auswertung der Umwelthilfe ist schwer direkt mit anderen Statistiken zu vergleichen, da beispielsweise Plug-In-Hybride in der Rangliste der DUH nur im Verbrennermodus betrachtet werden. Ob dies der realen Nutzung durch die Spitzenpolitiker entspricht, bleibt jedoch ungewiss.
Bemerkenswert ist, dass die Umwelthilfe pro Politiker nur ein Dienstfahrzeug berücksichtigt, obwohl vielen mehr zur Verfügung stehen. Unter den analysierten elf Bundesministerinnen und Bundesministern fahren vier ausschließlich Elektroautos.
Zu diesen gehören Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, Bildungsministerin Karin Prien, Umweltminister Carsten Schneider und Digitalminister Karsten Wildberger. Sechs ihrer Kollegen präferieren Plug-In-Hybride.
Darunter finden sich Persönlichkeiten wie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Justizministerin Stefanie Hubig. Der Kanzler Friedrich Merz (CDU) sowie weitere Bundesminister blieben weiterhin von der Bewertung ausgeschlossen, da ihre Dienstwagen aufgrund starker Panzerung nicht in die Wertung aufgenommen wurden.
Bemerkenswert ist ebenfalls, dass unter den 16 Ministerpräsidenten der Länder nur einer, Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg (Grüne), ein reines Elektroauto nutzt. Der Bürgermeister von Hamburg, Peter Tschentscher, der im Vorjahr noch elektrisch unterwegs war, firmiert dieses Jahr mit einem Plug-In-Hybrid in der DUH-Liste.

