Bundesfinanzminister Christian Lindner will Sanktionen für Bezieher von Bürgergeld lockern
Bundesfinanzminister Christian Lindner will Sanktionen für Bezieher von Bürgergeld lockern und sie schneller in den Arbeitsmarkt integrieren. Das berichtete die 'Rheinische Post' am Dienstag. Laut dem FDP-Politiker soll der sogenannte Jobturbo, der bisher Geflüchteten aus der Ukraine zugutekommt, auf alle Bürgergeldempfänger ausgeweitet werden. Um diesen Integrationsprozess effizienter zu gestalten, fordert Lindner eine engere Zusammenarbeit mit den Jobcentern. Zudem müssten die Hinzuverdienstmöglichkeiten verbessert werden. Menschen, die Sozialleistungen beziehen und gleichzeitig arbeiten, sollten in der Lage sein, mehr von ihrem Verdienst zu behalten. Lindner betonte, dass es wichtig sei, sich Schritt für Schritt aus dem Leistungsbezug zu befreien.
Der Finanzminister bezeichnete das Bürgergeld als 'Reizthema' und erklärte, dass es dringend nötig sei, es deutlicher als Hilfe in Notlagen zu kennzeichnen, anstatt es als Altersvorsorge zu betrachten. Aus seiner Sicht sei der aktuelle Regelsatz tendenziell zu hoch und müsse stärker an die tatsächliche Entwicklung der Inflation angepasst werden. In diesem Zusammenhang äußerte Lindner ebenfalls seine Prognose, dass es im Jahr 2025 beim Bürgergeld zu einer Nullrunde kommen könnte.
Zum Jahresbeginn stieg das Bürgergeld im Vergleich zu 2023 durchschnittlich um rund zwölf Prozent. Alleinstehende erhalten nun 563 Euro im Monat – eine Steigerung von 61 Euro. Für Paare liegt der Satz bei 506 Euro. Kinder und Jugendliche erhalten je nach Alter zwischen 357 und 471 Euro. (eulerpool-AFX)

