Bundesanleihen im Aufwind: Warten auf den Fed-Zinsentscheid
Die Kurse deutscher Bundesanleihen verzeichneten vor den anstehenden Entscheidungen der US-Notenbank einen Aufschwung. So erhöhte sich der richtungsweisende Euro-Bund-Future um 0,45 Prozent und erreichte 131,57 Punkte, während die Rendite zehnjähriger Anleihen auf 2,47 Prozent sank.
Im Fokus steht der Zinsentscheid der US-Notenbank, der am Abend erwartet wird. Experten gehen davon aus, dass die Fed dem Druck aus der Politik trotzen und ihre Leitzinsen konstant zwischen 4,25 und 4,50 Prozent halten wird. Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank betont die komplexen geldpolitischen Entscheidungen, die vor der Fed liegen. Besonders die US-Zollpolitik sorgt für Unsicherheit, da sie das Konsumverhalten und Investitionen beeinträchtigen könnte.
Trotz Anzeichen einer konjunkturellen Schwäche spricht derzeit wenig für eine bevorstehende Rezession. Für positive Überraschung sorgten die deutschen Industriebetriebe, die im März einen unerwartet starken Anstieg der Aufträge erlebten. Laut Bundeswirtschaftsministerium könnten Vorzieheffekte aufgrund angekündigter US-Zollerhöhungen eine Rolle spielen.
Dennoch weist auch die erhöhte Nachfrage europäischer Nachbarn nach deutschen Investitionsgütern auf eine positive Entwicklung hin, mit einem Anstieg von 12,8 Prozent. Zuletzt gab es erfreuliche Signale im Zollkonflikt: Die USA und China beschlossen, Handelsgespräche aufzunehmen. Der US-Finanzminister Scott Bessent plant am 8. Mai eine Reise in die Schweiz, um dort auch führende chinesische Wirtschaftsvertreter zu treffen.

