Bulgarien auf dem Weg in die Eurozone: Chance und Herausforderung zugleich
Bulgarien wird am 1. Januar 2026 als 21. Mitglied der Eurozone aufgenommen und vollzieht damit einen entscheidenden Schritt zur Integration in den europäischen Währungsraum. Trotz der positiven Aussichten auf wirtschaftliche Vorteile stößt der Beitritt bei der bulgarischen Bevölkerung auf Skepsis und wird von politischen Turbulenzen überschattet.
Die jüngst zurückgetretene prowestliche Regierung und die politischen Querelen im Land werfen einen Schatten auf den geplanten Start mit der Gemeinschaftswährung. Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), betont den Wohlstand und die Sicherheit, die der Euro den etwa 6,4 Millionen Einwohnern bieten soll.
Für die exportorientierte bulgarische Wirtschaft bedeutet der Wegfall von Wechselkursgebühren potenziell erhebliche Einsparungen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Auch der Fremdenverkehr und der Handel sollen durch die Einführung der neuen Währung profitieren, indem finanzielle Transaktionen erleichtert werden.
Jedoch bleibt etwa die Hälfte der bulgarischen Bevölkerung skeptisch und befürchtet steigende Preise sowie den Verlust der nationalen Souveränität. Besonders die prorussische Oppositionspartei Wasraschdane äußert Widerstand gegen den Schritt in die Eurozone.
Die EZB versichert jedoch, dass eine angemessene Preisüberwachung Aufrundungen und Preiswucher verhindern kann. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen lediglich eine marginale Erhöhung der Inflation durch die Währungsumstellung.
Trotz der schwierigen politischen Lage und des Fehlens eines genehmigten Haushalts für 2026, werden die bulgarischen Übergängen zur neuen Währung von Pragmatismus geprägt sein. Dabei bleibt abzuwarten, wie sich das politische Klima entwickelt und ob es gelingt, eine stabile Regierung zu bilden.
Derweil ist die bulgarische Währung Lew bereits seit 1999 an den Euro gekoppelt, was für einen historischen Kontext sorgt. Sollte es im Jahr 2026 keine Regierungsbildung geben, ist ein Übergangskabinett als vorübergehende Lösung geplant.

