Buffetts Berkshire steigt bei UnitedHealth ein – Milliardeninvestment lässt Aktie zweistellig steigen
UnitedHealth gehörte bislang zu den größten Verlierern im S&P 500, mit einem Kursrückgang von 47 Prozent seit Jahresbeginn. Am Freitag kam die Wende: Die Aktie sprang um 12 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass Berkshire Hathaway im zweiten Quartal rund fünf Millionen Anteile im Wert von 1,6 Milliarden Dollar erworben hatte.
Das Investment wurde am Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung offengelegt. Berkshire verwaltet derzeit ein Aktienportfolio von 268 Milliarden Dollar. Ob die Entscheidung von Warren Buffett persönlich oder von einem seiner beiden Investmentmanager stammt, blieb offen. Käufe in dieser Größenordnung werden jedoch meist dem „Oracle of Omaha“ selbst zugeschrieben.
Die Bewertung von UnitedHealth war zuletzt deutlich gefallen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis erreichte nach Angaben von S&P Capital IQ den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Für Value-Investoren wie Buffett ein klassisches Szenario: Substanzwerte, die unter ihrem inneren Wert notieren.
Das Unternehmen aus Minnesota kämpft allerdings mit erheblichen Problemen. Höhere Patientenkosten belasten die Erträge der Versicherungssparte, die ursprünglichen Kostenschätzungen für 2025 mussten deutlich nach oben revidiert werden. Zusätzlich läuft eine strafrechtliche Untersuchung wegen möglicher Unregelmäßigkeiten im Medicare-Abrechnungsprogramm.
Die Unsicherheit führte im Mai zum Abgang von CEO Andrew Witty. Ihm folgte der langjährige Unternehmenslenker Stephen Hemsley zurück an die Spitze. Hemsley hatte bereits im Mai privat 25 Millionen Dollar in UnitedHealth-Aktien investiert, damals noch zu 288,57 Dollar je Anteil – ein Engagement, das bis zur Berkshire-Offenlegung klar im Minus lag.
Neben Berkshire griffen auch andere institutionelle Investoren zu, darunter Appaloosa Management von David Tepper, Vulcan Value und Smead Capital. Analysten von Morningstar sprachen am Freitag von einem „wichtigen Vertrauensbeweis“ in einem Umfeld, das sowohl für UnitedHealth als auch für die gesamte Managed-Care-Branche von Unsicherheit geprägt sei.

