BSW: Sahra Wagenknecht kämpft um die politische Zukunft zwischen Wahlhürden und Wahlkampfstrategien
Sahra Wagenknecht, Vorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), verbindet ihr politisches Schicksal mit dem Einzug ihrer neuen Partei in den nächsten Bundestag. Sollte dies nicht gelingen, sieht sie ihre politische Relevanz in Gefahr. Die Umfragen zeigen aktuell einen unsicheren Trend, da die Unterstützung für das vor einem Jahr gegründete Bündnis zwischen vier und 5,5 Prozent liegt – ein Spiel mit der Fünf-Prozent-Hürde.
Das BSW hat als Antwort auf die politischen Umstände einen prägnanten Fünf-Punkte-Plan vorgestellt. Er umfasst Pläne zur Senkung von Steuern, Abgaben, Mieten und Lebenshaltungskosten. Kernversprechen ist eine monatliche Entlastung von 100 Euro für Bürger im Erfolgsfall. Damit soll ein Themenwechsel in der politischen Debatte herbeigeführt werden, weg von der dauerpräsenten Migrationsdiskussion hin zu wirtschaftlichen Fragen.
Die mediale Resonanz sei laut Wagenknecht problematisch. Sie sieht eine Blockade gegen das BSW in den Mainstream-Medien und fühlt sich von den etablierten Parteien benachteiligt. Der Plan der Partei enthält grundlegende Reformansätze: Bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sollen Zusatzbeiträge entfallen, wobei höhere Einkommen mehr beitragen würden. Ebenfalls plant das BSW Steuererleichterungen für Renten und Durchschnittsverdiener sowie höhere Steuern für überdurchschnittliche Einkommen.
Gesellschaftspolitisch will das BSW den Mindestlohn erhöhen und Mieten bis 2030 in bestimmten Regionen einfrieren. Auch wirtschaftlich gibt es radikale Forderungen: Der CO2-Preis sowie Lkw-Maut und die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel sollen gestrichen, während die Stromnetze verstaatlicht und preiswertes Gas importiert werden soll. Die finanziellen Dimensionen dieser Pläne bleiben allerdings unklar.

