Britische Autoindustrie gerät durch Cyberangriff ins Wanken
Der Cyberangriff auf Jaguar Land Rover (JLR) hinterlässt tiefgreifende Spuren in der britischen Autoindustrie. Der renommierte Hersteller von Fahrzeugen wie Range Rover und Jaguar steuert nun in die vierte Woche betrieblicher Störungen, nachdem ein digitaler Einbruch die Schließung seiner Produktionsstätten erzwang.
Dieser Vorfall setzt die Vielzahl an kleineren Zulieferern, von denen etwa 200.000 Menschen abhängig sind, massiv unter Druck. Viele von ihnen sehen sich gezwungen, ihre Produktionsstätten ebenfalls zu schließen und Personal zu entlassen, da plötzlich Aufträge wegbrechen. Die Krise hat begonnen, sich auf andere Bereiche der britischen Luxusautoindustrie auszudehnen, da JLR Zulieferer mit Marken wie McLaren, Bentley und Aston Martin teilt.
Um die Situation zu bewältigen, ziehen Quellen die Möglichkeit staatlich garantierter Darlehen in Betracht, die den Zulieferern in dieser schwierigen Phase Liquiditätszugang ermöglichen könnten. Arbeitnehmervertreter drängen gar auf eine Art Kurzarbeitsregelung, wie sie zuletzt in Pandemie-Zeiten half.
Hoffnung auf schnelle Abhilfe scheint derzeit jedoch gering, denn jüngste Berichte werfen die Möglichkeit auf, dass die Produktionsausfälle von JLR bis in den November hinein andauern könnten. Der Automobilhersteller selbst dementiert zwar solch weitreichende Warnungen, bestätigt jedoch eine mindestens bis Mitte dieser Woche andauernde Betriebspause.
Die Situation zwingt betroffene Lieferanten zu drastischen Schritten. Beispielsweise sieht sich der Glasdach-Hersteller Webasto gezwungen, bis zu 350 Arbeitsplätze in seinem Werk in Sutton Coldfield abzubauen. Ein Ende der Misere ist für diese Unternehmen ohne JLR als Hauptabnehmer nicht in Sicht, und ihre Lagerbestände reichen maximal bis Oktober.
Auch bei McLaren und Aston Martin werden mögliche Auswirkungen bereits spürbar. McLaren schob jüngst Arbeiten an seinem neuen Modell P35 auf. Auch wenn das Unternehmen behauptet, dass diese Verzögerung keine direkte Folge der Probleme bei JLR sei, bleibt unklar, welchen Einfluss die Störungen tatsächlich haben. Bentley hingegen gibt sich gelassen und verweist auf bestehende Notfallpläne.
Die Folgen des Cyberangriffs gehen weit auseinander: während JLR intensiv an der Wiederaufnahme seiner Systeme arbeitet, stehen staatliche Stellen und Branchenverbände Seite an Seite, um einen Ausweg zu finden. Doch die Zeit drängt, und viele an der Autoindustrie hängende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, sollte keine baldige Besserung eintreten.

