Investmentweek

Bremsen gelöst – Continental stößt Werk in Italien ab

20. Juni 2025, 10:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Der DAX-Konzern trennt sich von seinem Trommelbremsenwerk bei Genua. Käufer ist erneut Mutares. Die Transaktion ist Teil einer größeren Neuordnung – und könnte Vorbote weiterer Verkäufe sein.

Raus aus der Trommel – Continental verkauft traditionsreiches Werk an Mutares

Continental macht ernst mit dem Umbau seiner Autozuliefersparte. Wie das Unternehmen am Dienstagmorgen bestätigte, wird das Trommelbremsenwerk in Italien an den Münchner Sanierer Mutares verkauft.

Die rund 400 Beschäftigten und sämtliche Aktivitäten am Standort nahe Genua sollen vollständig übergehen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Für beide Seiten ist der Deal strategisch. Für Continental bedeutet er einen weiteren Schritt in Richtung Fokussierung auf wachstumsstärkere Zukunftstechnologien wie elektrische Bremsen. Für Mutares ist es das nächste Übernahmeprojekt im Automotive-Sektor – und möglicherweise eine weitere Bühne für die eigene Sanierungskompetenz.

Quelle: Eulerpool

Werk bei Genua mit 100-Millionen-Potenzial

Das betroffene Werk, unweit von Genua gelegen, steht für ein solides Geschäft mit konventionellen Trommelbremsen. 2025 soll es rund 100 Millionen Euro umsetzen – ein respektabler Wert in einem schrumpfenden Marktsegment.

Die rund 400 Beschäftigten produzieren vor allem für Fahrzeuge des unteren Preissegments und Märkte, in denen Scheibenbremsen (noch) nicht Standard sind.

Warum Mutares zuschlägt

Für Mutares ist die Übernahme ein klassischer Fall. Das Unternehmen hat sich auf den Erwerb von Randaktivitäten und Nicht-Kernbereichen großer Konzerne spezialisiert – oft zu attraktiven Konditionen.

Ziel ist es, aus scheinbar ungeliebten Assets wieder profitable Einheiten zu machen – mit rigoroser Kostenkontrolle, Restrukturierungen und gezielten Wachstumsstrategien.

Dass Mutares dabei ein Händchen hat, zeigt der jüngste Kursverlauf: Die Aktie ist trotz kurzfristiger Schwankungen einer der Outperformer im SDAX der vergangenen Jahre.

Aumovio im Anrollen – Continental stellt Weichen

Der Verkauf fällt nicht zufällig in eine Phase größerer Umbrüche bei Continental. Der Autozulieferer arbeitet derzeit an der Abspaltung seiner Automotive-Sparte, die künftig unter dem Namen Aumovio an die Börse gebracht werden soll. Die Transaktion mit Mutares soll nach dem geplanten IPO abgeschlossen werden – voraussichtlich im vierten Quartal 2025.

Alle Mitarbeitenden sollen übernommen werden – doch wie lange ihre Arbeitsplätze bei Mutares gesichert sind, ist offen. Restrukturierungen sind beim Investor üblich.

Philipp von Hirschheydt, CEO des künftigen Unternehmens Aumovio, nennt den Verkauf einen wichtigen Baustein der neuen Europa-Strategie.

Man wolle sich „konsequent auf Technologien der nächsten Generation konzentrieren“ – etwa elektrische Bremssysteme oder integrierte Lösungen, bei denen mechanische Komponenten mit Software-Intelligenz verschmelzen.

Aktien mit leichtem Gegenwind

An der Börse sorgte die Nachricht nicht für große Bewegungen – aber auch nicht für Euphorie. Die Continental-Aktie verlor am Vormittag leicht und notierte mit 0,08 Prozent im Minus bei 76,04 Euro.

Auch Mutares rutschte um rund 1,45 Prozent auf 34,00 Euro ab – allerdings im Rahmen eines allgemein schwächeren Marktumfelds.

Branchenbeobachter sehen strategische Logik

Analysten bewerten den Deal insgesamt positiv. „Für Continental ist das ein sauberer Schnitt“, sagt ein Automotive-Analyst einer großen deutschen Privatbank gegenüber InvestmentWeek.

„Trommelbremsen sind ein Auslaufmodell – der Fokus gehört den Software-gesteuerten Bremssystemen der Zukunft.“

Auch für Mutares sei das Werk in Italien ein „klassisches Buy-and-Fix-Projekt“ mit überschaubarem Risiko und solider Marge, wenn es gelingt, die Kostenstruktur zu optimieren.

Kein Einzelfall – Continental wird weiter sortieren

Der Verkauf an Mutares dürfte kein Einzelfall bleiben. In Branchenkreisen wird spekuliert, dass Continental im Zuge der Aumovio-Abspaltung noch weitere Randbereiche abstoßen könnte – insbesondere solche, die nicht unmittelbar zur neuen Produktstrategie passen.

Die Strategie ist klar: Weniger Fertigungstiefe, mehr Fokus auf Software, Systemintegration und Elektrifizierung. Der Verkauf des Werks bei Genua ist damit auch ein Symbol für den strukturellen Wandel der gesamten Branche – weg vom mechanischen Zulieferer, hin zum technologiegetriebenen Systempartner.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 20.06.2025 · 10:00 Uhr
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