BP verschärft Sparkurs: Keine Aktienrückkäufe mehr

Der internationale Ölkonzern BP befindet sich inmitten einer strategischen Neuausrichtung und hat angekündigt, bis auf Weiteres keine Aktien mehr zurückzukaufen. Stattdessen sollen überschüssige Barmittel in die Stärkung der Bilanz fließen, um die finanzielle Basis zu stabilisieren. Bis Ende 2027 hat sich BP vorgenommen, die Ausgaben um 5,5 bis 6,5 Milliarden US-Dollar zu reduzieren.
Die Entscheidung, Aktienrückkäufe auszusetzen, führte zu einem empfindlichen Rückgang des Aktienkurses des Unternehmens um etwa fünf Prozent, wodurch BP ans Ende des Stoxx 50 rutschte. Marktbeobachter attribuieren den Kurssturz hauptsächlich der Unterbrechung der Rückkäufe, die zuletzt vierteljährlich ein Volumen von 750 Millionen Dollar erreicht hatten.
Biraj Borkhataria von RBC sieht die Aussetzung als erwartbaren Schritt und langfristig als richtige Entscheidung unter der neuen Führung. Auch die Analystin Lydia Rainforth von Barclays begrüßt die Orientierung hin zur Schuldenreduktion, betont jedoch die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Vertrauensbildung in die Kapitalallokation. Ähnlich äußert sich Mark Wilson von Jefferies, der die erhöhte Kosteneinsparung als Folge des Verkaufs der Mehrheit an der Tochtergesellschaft Castrol interpretiert.
Der bereinigte Nettogewinn von BP belief sich im vierten Quartal auf 1,54 Milliarden Dollar, ein Ergebnis im Einklang mit den Prognosen. Vergleichen lässt sich dies mit 2,2 Milliarden Dollar im dritten Quartal und knapp 1,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Wertberichtigungen in Milliardenhöhe im Gas- und Niedrigenergie-Bereich belasteten jedoch das Geschäftsergebnis mit einem Verlust.
Mit dem Wechsel an der Unternehmensspitze von Murray Auchincloss zu Meg O'Neill im April steht BP vor der Herausforderung, sich erneut auf das Kerngeschäft Öl und Gas zu fokussieren, ein Schritt, den unter anderem der aktivistische Investor Elliott dringend fordert.

