Bosch trotzt schwächelndem Markt mit strategischer Neuausrichtung

Die Bosch Home Comfort Group, bekannt für ihre innovative Gebäudetechnik, hat sich im vergangenen Jahr trotz der herausfordernden Marktlage behauptet. Der Umsatz stieg nach vorläufigen Zahlen leicht auf 4,4 Milliarden Euro – ein positives Zeichen, auch wenn das Wachstum selbst erwartet wurde. Dies folgt auf ein zurückliegendes Jahr, in dem der Gebäudetechnik-Spezialist einen Umsatzrückgang verzeichnet hatte. 2025 zeichnete sich als ein anspruchsvolles Jahr ab, so Spartenchef Jan Brockmann. Besonders im Bereich der Wärmepumpen konnte Bosch in Deutschland und Europa Marktanteile gewinnen. Brockmann bedauert jedoch die fehlende regulatorische Stabilität und die damit verbundene Unsicherheit bei den Kunden, die eine stärkere Marktnachfrage verhindern. Dennoch sieht er in der Bosch-Gruppe weiterhin einen wertvollen Beitrag zur Gesamtprofitabilität.
Die kürzlich abgeschlossene Integration von Teilen des US-amerikanischen Gebäudetechnik-Riesen Johnson Controls steht noch nicht in den diesjährigen Zahlen, da diese Akquisition zu Beginn des Jahres finalisiert wurde. Mit einem Investitionsvolumen von rund 7,4 Milliarden Euro ist dies die größte Transaktion in der Geschichte von Bosch und zielt darauf ab, die Präsenz in den Schlüsselmärkten USA und Asien auszubauen. Der Heizungsmarkt in Deutschland zeigt laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie eine rückläufige Tendenz, mit einem Verkauf von 627.000 Einheiten im Jahr 2025 – ein Rückgang um zwölf Prozent, der den niedrigsten Stand seit 2010 markiert. Während Öl- und Gasheizungen weniger gefragt sind, befinden sich Wärmepumpen im Aufwind. Der globale Markt für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik wuchs nur um ein Prozent, was die Herausforderungen in dieser Branche unterstreicht.
Für das laufende Jahr plant Bosch vorsichtiges Wachstum, abhängig von stabilen externen Einflüssen. Besonders für Nordamerika werden gegen Ende des zweiten Halbjahres und in 2027 positive Entwicklungen erwartet. Bosch strebt mittelfristig ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Wachstum im oberen einstelligen Prozentbereich an. Entscheidend für eine nachhaltige Erholung ist laut Unternehmen eine klare politische Unterstützung und Investitionssicherheit in Deutschland, insbesondere durch eine zügige Umsetzung des Gebäudemodernisierungsgesetzes. Günstigere Strompreise und langfristige Förderpolitik sind zudem essenziell, um den dringend notwendigen Wechsel zu umweltfreundlicheren Heizungstechnologien, wie etwa Wärmepumpen, erfolgreich voranzutreiben und die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen.

