Borussia Dortmund zwischen Champions-League-Dämpfer und Bundesliga-Krimi

Der Jahresendspurt in der Bundesliga wird für Borussia Dortmund zum wahren Nervenflattern. Vor dem prestigeträchtigen Aufeinandertreffen mit Borussia Mönchengladbach stolperten die Dortmunder im Spiel gegen den SC Freiburg und kamen über ein 1:1-Unentschieden nicht hinaus. Dabei hatten sie sich im Vorfeld fest vorgenommen, die jüngste Champions-League-Blamage wettzumachen. Nach 14 Spieltagen mit 29 Zählern bleibt der erhoffte Sprung auf Rang zwei vorerst aus.
Ramy Bensebaini hatte den BVB zwar in der ersten Halbzeit in Führung gebracht, doch die Dortmunder verspielten erneut einen Sieg. Nach einer Roten Karte gegen Jobe Bellingham in der 53. Minute, der eine Notbremse gezogen hatte, gelang es Lucas Höler von Freiburg, den späten Ausgleich zu erzielen. "Solche Tore sehen wir nicht oft", bemerkte ein humorvoller Emre Can. Niko Kovac, Trainer des Teams, räumte ein, dass die Unterzahl der Mannschaft das Spiel entscheidend verändert habe.
Ein nicht fehlerfreier Gregor Kobel leitete unfreiwillig die Wende ein, als ein suboptimal gespielter Ball an Jobe Bellingham zur Notbremsen-Situation führte. "Das muss ich besser lösen", zeigte sich der Torwart selbstkritisch. Unter Berücksichtigung der jüngsten Spiele, darunter ein enttäuschendes 2:2 gegen FK Bodö/Glimt, war die Stimmung im Verein ohnehin schon angespannt. Der Binnenkonflikt wurde durch die lauten Stimmen von Nico Schlotterbeck, der seine Mitspieler kritisierte, verstärkt.
Die erste Hälfte hatte für den BVB vielversprechend begonnen, trotz der Abwesenheit wichtiger Spieler wie Waldemar Anton und Julian Brandt. Yan Couto und Serhou Guirassy kreierten zahlreiche Chancen, doch der entscheidende Durchbruch blieb aus. Freiburg seinerseits, auch nicht in Bestbesetzung, erwachte erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit.
Die zweite Halbzeit startete mit der entscheidenden Szene: Bellinghams Platzverweis. Kovac brachte Pascal Groß ins Spiel, um Stabilität zu sichern, doch das Kräfteverhältnis auf dem Spielfeld kippte zugunsten der Freiburger. Trotz einiger Glanzparaden von Kobel war Hölers Seitfallzieher zum 1:1 nicht mehr zu verhindern. Auch ein später Treffer von Igor Matanovic wurde wegen Abseits aberkannt, was den hart erkämpften Punkt für den BVB rettete.
Die Mannschaft von Dortmund, gewohnt an den Druck, wird vor dem Duell gegen Mönchengladbach weiter an Lösungen arbeiten müssen, um die Gemüter zu beruhigen und ins neue Jahr mit besseren Ergebnissen zu starten.

