Boris Pistorius plant Solidaritätsreise nach Grönland: Ein Zeichen für die Nordflanke
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat angekündigt, im Herbst eine Reise nach Grönland zu unternehmen. Dies ist als solidarisches Zeichen gegenüber dem Eindruck zu verstehen, den die Begehrlichkeiten des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hinterlassen haben.
Er äußerte bei einem Treffen in Kopenhagen, dass die Unterstützung für Dänemark und Grönland spürbar sei, wobei Washington in letzter Zeit auffallend ruhig geblieben sei. Bei der Pressekonferenz mit seinem dänischen Amtskollegen Troels Lund Poulsen betonte Pistorius die Wichtigkeit, sowohl die Nordflanke der NATO als auch die Regionen im Nordatlantik und der Arktis nicht aus den Augen zu verlieren.
Diese Gebiete seien aufgrund der russischen Militäraktivitäten von besonderem Interesse. Deutschland habe ein essenzielles Interesse an freier Navigation im Nordatlantik, so Pistorius, insbesondere da das Land an Nord- und Ostsee grenze. Diese geostrategische Lage macht eine Präsenz vor Ort sowie Investitionen in die Sicherheit besonders wichtig.
Zudem strebt Deutschland eine enge Zusammenarbeit mit den USA in diesem Bereich an. Grönland, trotz seiner Autonomie, ist Teil des dänischen Königreichs und hat die Übernahmeforderungen Trumps klar abgewiesen.
Auch andere EU- und NATO-Staaten, darunter Frankreich, dessen Staatsoberhaupt Emmanuel Macron die Insel im Juni besucht hatte, unterstützen Dänemark und Grönland in dieser Angelegenheit. Bislang blieb ein solcher Besuch vonseiten eines deutschen Kabinettsmitglieds jedoch aus.

