Boomender Bio-Markt trifft auf politisches Spannungsfeld
Der Markt für biologische Produkte in Deutschland zeigt beeindruckende Wachstumszahlen. Laut Angaben des Bio-Spitzenverbands BÖLW stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im vergangenen Jahr um bedeutende 6,7 Prozent und erreichte somit 18,23 Milliarden Euro. Im Gegensatz dazu wuchs die Fläche für ökologischen Anbau moderat um nur 1,1 Prozent, wobei der Bio-Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche 11,7 Prozent beträgt. Somit betreibt knapp jeder siebte landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland ökologischen Anbau.
Parallel dazu öffnete in Nürnberg die BIOFACH, die weltgrößte Messe für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik, ihre Tore. Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber von der CSU sieht in dieser Entwicklung eine historische Gelegenheit und ermuntert die Landwirte zur Umstellung auf Bio-Produktion. Bayern plant ehrgeizig, den Bio-Anbau auf 30 Prozent der Fläche bis 2030 zu erhöhen. Derzeit werden hier 14 Prozent der Flächen biologisch genutzt, obgleich vorläufige Zahlen einen Rückgang von etwa 5.000 Hektar im vergangenen Jahr aufzeigen.
Überraschend ist, dass trotz wachsender Nachfrage nach Bioprodukten in Europa die Umstellung auf ökologischen Landbau zurückgeht, insbesondere in Deutschland. Hier sehen die Grünen eine Verfehlung der politischen Rahmenbedingungen. Martin Häusling, Grünen-EU-Parlamentarier, nennt diesen Trend 'absurd' und mahnt an, dass es Zeit ist, politisch gegenzusteuern, um das Potenzial des Bio-Sektors voll auszuschöpfen.

