Analyst: Bitcoin-Korrelation mit S&P 500 kein bullisches Signal

Die kurzfristige Korrelation von Bitcoin mit dem S&P 500 hat sich kürzlich negativ entwickelt. Der On-Chain-Analyst Axel Adler Jr. warnte jedoch in seinem Morning Brief am 31. März davor, dass dies kein bullisches Signal sei, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Ein aussagekräftigeres Maß ist das BTC/S&P-Preisverhältnis, das seit Jahresbeginn rückläufig ist und zeigt, dass Bitcoin im Vergleich zu Aktien unterperformt und sich nicht von ihnen abkoppelt.
Schwache relative Stärke hält Bitcoin unter Druck des Aktienmarktes
Adlers Analyse konzentriert sich auf zwei Metriken, die zusammen ein vollständigeres Bild der aktuellen Marktsituation von Bitcoin zeichnen. Die erste ist die 13-wöchige BTC-S&P-Korrelation, die misst, wie eng die wöchentlichen Renditen der beiden Vermögenswerte in einem kurzen Zeitraum zusammenlaufen. Diese Korrelation ist kürzlich negativ geworden, was bedeutet, dass sich die beiden Vermögenswerte weniger synchron bewegen.
Auf den ersten Blick könnte dies darauf hindeuten, dass Bitcoin beginnt, unabhängig von Aktien zu handeln. Adler widerspricht dieser Interpretation. Seiner Meinung nach bedeutet eine sinkende Korrelation lediglich, dass die Synchronität der Preisbewegungen weniger klar ist, nicht dass Bitcoin an Stärke gewinnt. Isolierte BTC-Erholungen, die mit anhaltender Schwäche des S&P einhergehen, können zu einer negativen Korrelation führen, ohne dass die Kryptowährung tatsächlich besser abschneidet als Aktien.
Die zweite Metrik ist das BTC/S&P-Preisverhältnis, das die relative Performance direkter misst. Ein steigendes Verhältnis bedeutet, dass Bitcoin den Index übertrifft, während ein fallendes Verhältnis das Gegenteil anzeigt. Laut Adlers Einschätzung ist dieses Verhältnis seit Januar 2026 deutlich gesunken und steht in den letzten Wochen unter Druck. Der Analyst erklärte, dass selbst in den Phasen, in denen die kurzfristige Korrelation zusammenbrach, BTC nicht zu einem sicheren Hafen wurde oder nachhaltige Gewinne im Vergleich zu Aktien erzielte.
Sein Fazit war, dass der Markt Bitcoin weiterhin als risikoreicheren Vermögenswert mit einem größeren Rückschlagpotenzial als den S&P 500 bewertet. Er erläuterte auch, wie eine echte Entkopplung aussehen würde, wobei der Auslöser laut ihm nicht eine Korrelation, sondern eine nachhaltige Aufwärtsumkehr im BTC/S&P-Preisverhältnis wäre, die als neues stabiles Regime bestehen bleibt, nicht nur für eine einzelne Woche. Adler sagt, dass diese Bestätigung derzeit nicht vorhanden ist.
Kursentwicklung und makroökonomischer Hintergrund
Bitcoin erreichte Anfang dieser Woche ein monatliches Tief von knapp unter $65.000, bevor es sich erholte und die Marke von $68.000 überschritt. Dort wurde es jedoch abgelehnt, da neue Entwicklungen im US-Iran-Konflikt die Stimmung belasteten.
Zum Zeitpunkt des Schreibens wurde der Vermögenswert bei etwa $67.000 gehandelt, was einem Rückgang von 1,4% in den letzten 24 Stunden und etwa 6,5% in der vergangenen Woche entspricht. Die schlechteste Performance war über 14 Tage zu verzeichnen, wobei BTC fast 10% seines Wertes verlor, während es über 30 Tage nahezu unverändert blieb und nur 0,3% im Minus lag.
Der geopolitische Hintergrund hat eine Unsicherheitsebene hinzugefügt, die schwer zu modellieren ist, da die Ölpreise seit Ende Februar um etwa 50% gestiegen sind, getrieben von angebotsseitigen Ängsten aufgrund von Störungen in der Straße von Hormus. Adlers Analyse legt nahe, dass Bitcoin dem gleichen gravitativen Sog nicht entkommen wird, unabhängig davon, was kurzfristige Korrelationen zeigen, solange der S&P 500 unter Druck steht.

