Bitcoin zeigt weiterhin Schwäche im Vergleich zum S&P 500

Obwohl Bitcoin kurzfristig nicht mehr im Gleichschritt mit dem S&P 500 zu laufen scheint, bedeutet dies nicht, dass es sich vollständig von den breiteren Marktrisiken abgekoppelt hat. Axel Adler Jr. weist in seinem aktuellen Bericht darauf hin, dass die wichtigere Erkenntnis nicht die kurzfristige Korrelation ist, sondern die anhaltende relative Schwäche von Bitcoin gegenüber US-Aktien.
Bitcoin verliert an Stärke gegenüber dem S&P 500
Adlers Analyse basiert auf zwei Diagrammen, die die weit verbreitete Annahme widerlegen, dass eine geringere Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien automatisch auf eine Abkopplung hinweist. Das erste Diagramm zeigt die 13-Wochen-Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500, die kürzlich negativ geworden ist und unter null bleibt. Auf den ersten Blick könnte dies positiv für Bitcoin erscheinen. Adler argumentiert jedoch, dass diese Interpretation irreführend sein kann.
„Die 13-Wochen-Korrelation misst, wie eng die wöchentlichen Renditen von Bitcoin und dem S&P 500 über einen kurzen Zeitraum zusammenlaufen“, schrieb er. „In den letzten Wochen hat sich die kurzfristige Korrelation negativ entwickelt und bleibt unter null. Auf den ersten Blick könnte dies wie eine Lockerung der Verbindung zwischen Bitcoin und Aktien aussehen – in der Praxis spiegelt es jedoch eher die unruhige Natur der letzten Wochen wider, in denen isolierte Bitcoin-Anstiege mit anhaltender Schwäche im Index wechselten.“
Diese Unterscheidung ist zentral für die Analyse. Eine fallende oder negative Korrelation bedeutet lediglich, dass sich die beiden Vermögenswerte über diesen Zeitraum nicht mehr synchron bewegen. Es bedeutet nicht, dass Bitcoin stark ist oder als defensives Asset behandelt wird. Und es bestätigt nicht, dass der Markt begonnen hat, Bitcoin unabhängig von den gleichen makroökonomischen Belastungen zu bewerten, die auch Aktien betreffen.
Adler verweist auf das zweite Diagramm: das BTC/S&P-Preisverhältnis. Hier bricht das Argument für eine Abkopplung zusammen. Das Verhältnis, das die Performance von Bitcoin im Vergleich zum S&P 500 verfolgt, ist seit Jahresbeginn rückläufig und bleibt unter Druck. Praktisch bedeutet das, dass Bitcoin Aktien unterperformt, selbst in Zeiten, in denen die kurzfristige Korrelation nachgelassen hat.
„Wichtig für den Markt ist nicht die Tatsache der negativen Korrelation an sich, sondern ob sie von einer anhaltenden Outperformance von Bitcoin gegenüber dem S&P begleitet wird“, schrieb Adler. „Diese Bestätigung fehlt bisher, daher ist es zu früh, um von einer echten Unabhängigkeit von Bitcoin vom Risikoabbau zu sprechen.“
Diese Perspektive ist entscheidend, da sie den Fokus von einer einzelnen statistischen Messung zurück auf das Marktverhalten lenkt. Wenn Bitcoin sich wirklich abkoppeln würde, würde sich das Bild der relativen Stärke wahrscheinlich verbessern. Stattdessen argumentiert Adler, dass der Markt Bitcoin weiterhin als risikoreicheres Asset mit „höherem Risiko und größerer Verlustamplitude“ als der Index betrachtet.
Adler macht diesen Punkt in seinem Fazit noch deutlicher. „Der Markt sendet derzeit ein unangenehmes, aber ziemlich ehrliches Signal“, schrieb Adler. „Der S&P 500 fällt weiter, und Bitcoin bleibt nicht nur anfällig für externen Risikoabbau, sondern unterperformt den Index auch relativ. Das vorherrschende Regime bleibt risikoscheu.“
In diesem Rahmen ist der nützlichere Auslöser nicht, ob die Korrelation eine weitere Woche negativ bleibt, sondern ob das BTC/S&P-Verhältnis sich umkehren und höher halten kann. Adler sagt, nur „ein neues stabiles Regime“ der relativen Outperformance würde eine echte Abkopplungsthese unterstützen. Bis dahin bleibt die Marktmessage klar: Die Beziehung zwischen Bitcoin und Aktien mag weniger linear geworden sein, aber nicht weniger risikosensitiv.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei $66,652.

