Börsen im Rückwärtsgang: Unsicherheit lässt Europas Kurse schwanken
Die bedeutendsten Aktienmärkte Europas sind am Dienstag überwiegend mit leichten Kursverlusten durch den Handelstag gegangen. Der Grund für diese Zurückhaltung unter den Investoren liegt im weiterhin ungelösten Haushaltsstreit der USA, der viele Marktteilnehmer aus der Reserve lockt. Zusätzlich richten sich die Blicke auf relevante Impulse aus den USA, deren Veröffentlichung im Laufe des Tages erwartet wird, erläutert Marktexperte Andreas Lipkow. In der Konsequenz zeigen sich die Handelsvolumina in Europa ausgedünnt und die Kursbewegungen relativ stabil.
Der EuroStoxx 50 verzeichnete zur Mittagszeit einen leichten Rückgang von knapp 0,1 Prozent und notierte bei 5.501,83 Punkten. Der Schweizer Leitindex SMI konnte sich hingegen ein kleines Plus von 0,1 Prozent erkämpfen und stieg auf 12.023,76 Punkte. Der britische FTSE 100 musste dagegen ein Minus von 0,12 Prozent auf 9.288,27 Punkte hinnehmen.
Die zunehmend gespannte Situation um eine mögliche Haushaltssperre in den Vereinigten Staaten zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Jahr für Jahr droht ein sogenannter „Shut-Down“, doch in diesem Jahr könnte sich dieser zu einem erheblich längeren und wie man munkelt, auch hartnäckigeren Konflikt entwickeln, da die Positionen der politischen Parteien in den USA wie festgefahren erscheinen und bisher keine Einigung in Sicht ist, so Lipkow.
Insbesondere der Energiesektor stand am Dienstag unter Druck. Die Ölwerte setzten ihre Abwärtsbewegung aufgrund der anhaltenden Anpassungen der Ölpreise fort. Diese hatten bereits zum Wochenbeginn einen deutlichen Rückgang erfahren, nachdem bekannt wurde, dass das Förderkonsortium Opec+ möglicherweise die Förderung ausweiten könnte.
Bei den Einzelwerten fielen die Aktien des Modehändlers Asos um fast neun Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass der operative Gewinn (Ebitda) wohl am unteren Ende der Prognosespanne verharren wird. Anstoß zu weiteren Spekulationen gab die Einschätzung der JPMorgan-Analysten, die das Erreichen der Gewinnschwelle auf Vorsteuerbasis infrage stellen.
Auch in der Branche der Nahrungs- und Genussmittelhersteller gerieten einige Titel unter Druck. Die Aktien von Pernod Ricard verbuchten aufgrund diverser Kurszielsenkungen einen Rückgang von zwei Prozent. AB Inbev mussten nach einem zurückhaltenden Ausblick von Sanjeet Aujla, Analyst der UBS, beinahe ein Prozent abgeben.

