Boeing erhält begrenzten Spielraum für eigene Sicherheitschecks zurück
Der leidgeprüfte Luftfahrtkonzern Boeing erhält ein Stück weit Vertrauen von der amerikanischen Luftfahrtaufsicht FAA zurück. Ab Montag dürfen die Ingenieure des Herstellers wieder die finalen Sicherheitsprüfungen für Mittelstreckenjets der 737-Max-Serie und Langstreckenjets des Typs 787 'Dreamliner' selbst übernehmen sowie wichtige Lufttüchtigkeitszertifikate ausstellen. Dies stellt eine wichtige Wendung in der seit geraumer Zeit schwierigen Beziehung zwischen Boeing und der FAA dar. Nach einer umfassenden Überprüfung der Produktionsqualität entscheidet die FAA, Boeing schrittweise mehr Verantwortung zu übertragen, wobei dennoch eine strenge und kontinuierliche Aufsicht erhalten bleibt.
In einer innovativen Regelung sollen die Inspektoren des Unternehmens und der Behörde an den Endkontrollen im wöchentlichen Wechsel teilnehmen. Der renommierte 'Wall Street Journal' berichtete über diese Entwicklung bereits im Vorfeld. Die positive Nachricht ließ den Börsenkurs der Boeing-Aktie steigen, die am Freitag um über drei Prozent zulegte.
Diese Entwicklung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, nachdem Boeing im Rahmen schwerer Rückschläge, einschließlich des fast zweijährigen Startverbots für die 737 Max und des Verbots der Zertifikatausstellung für den 'Dreamliner' seit 2022, erheblich unter Druck geraten war. Ein potenziell verhängnisvoller Vorfall Anfang 2024, bei dem sich während eines Fluges ein großes Teil aus der Rumpfwand einer 737 Max löste, führte zur Einführung neuer stringenterer Auflagen.
Boeing darf nun monatlich maximal 38 Jets dieser Reihe produzieren. Der neue Konzernchef Kelly Ortberg, der 2024 das Steuer übernahm, äußerte jüngst den Wunsch, diese Produktionsrate auf 42 Maschinen monatlich erhöhen zu können.

