BMW trotzt Herausforderungen: Stabilitätsmerkmal in bewegten Zeiten
Der Münchener Autobauer BMW sieht sich derzeit mit den Herausforderungen durch US-Zölle und ein schwaches China-Geschäft konfrontiert, was sich signifikant auf Umsatz und vor allem auf den Gewinn des Unternehmens auswirkte. Überraschend hielt BMW-Chef Oliver Zipse dennoch an der Jahresprognose fest, trotz Anpassungen bei anderen deutschen Autobauern nach dem EU-USA-Zollkompromiss. BMW hatte bereits frühzeitig die steigenden Zölle einkalkuliert und erwartete eine Erleichterung im Vergleich zu den zwischenzeitlich drastisch gestiegenen Einfuhrabgaben in die USA.
Der Aktienkurs des Unternehmens zeigte sich am Donnerstag volatil. Obwohl die BMW-Aktie in einem generell positiven Marktumfeld zunächst bis zu zwei Prozent an Wert verlor, stabilisierte sie sich rasch und begrenzte das Minus auf etwa ein halbes Prozent. Das bisherige Jahresplus von rund 6 Prozent lässt die Aktie im Vergleich zu Erzrivale Mercedes-Benz und der Porsche AG solide dastehen, während die Vorzugsaktie der Volkswagen-Gruppe nahezu gleichauf mit BMW notiert.
Jose Asumendi von JPMorgan attestierte BMW ein solides Quartal und hob die stabile operative Auto-Marge sowie den starken freien Finanzmittelzufluss hervor, die auf eine Stabilisierung des China-Geschäfts hinweisen. Analyst Philippe Houchois von Jefferies lobte ebenfalls die Entwicklungen im freien Finanzmittelbereich.
Laut BMW sanken das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro. In der Autosparte fiel die operative Gewinnmarge auf 5,4 Prozent, leicht unter den Analystenerwartungen. Trotz zusätzlicher Zollkosten von 1,25 Prozentpunkten hält das Unternehmen an der erwarteten Jahresmarge von 5 bis 7 Prozent fest.
Der Konzernüberschuss fiel um 32 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro, während der Umsatz bei 33,9 Milliarden Euro lag. Trotz der Einbußen in China konnte BMW den freien Finanzmittelzufluss auf 1,93 Milliarden Euro nahezu verdoppeln und peilt weiterhin 5 Milliarden Euro für das Jahr an. Der Free Cashflow ist ein entscheidender Indikator für die Finanzkraft und mögliche Dividenden oder Aktienrückkäufe.
Die Zölle minderten die operative Marge um 2 Prozentpunkte, was sich auf circa 600 Millionen Euro beläuft. Zusätzlich belasteten geringere Verkaufspreise die Ergebnisse, wenngleich die Auswirkungen im Vergleich zum Vorquartal geringer waren. BMW geht im weiteren Jahresverlauf von nachteiligen Währungs- und Rohstoffeinflüssen aus und erwartet ein schwieriges Umfeld für alle Premiumhersteller in China, wo die Verkaufszahlen um 14 Prozent sanken.
BMW ist stark von erhöhten Zöllen betroffen. Die Einführung von Fahrzeugen aus der EU in die USA kostet nun 15 Prozent Zoll, während Elektroautos der Marke Mini aus China mit 31 Prozent Zoll belegt sind. Andererseits profitiert BMW von zollfreien Exporten aus den USA nach Europa, insbesondere von SUV-Modellen aus dem Werk in Spartanburg, wenn der aktuelle Zollkompromiss aufrechterhalten wird.

